OCHSENHAUSEN — Nach der Corona-beding­ten Absage des ursprüng­lich für heute angesetz­ten Bundes­li­ga-Nachhol­spiels in Mühlhau­sen hoffen die TTF, die erst fünf Partien in Europas Topli­ga absol­viert haben, wenigs­tens am Sonntag­nach­mit­tag in der Dr.-Hans-Liebherr-Halle gegen den Tabel­len­zwei­ten Bergneu­stadt aufschla­gen zu können und wollen zwei weite­re Punkte unter Dach und Fach bringen, auch wenn der Gegner hochka­rä­tig ist. Ganz sicher ist die Austra­gung nämlich noch nicht, da auch ein Spieler der „Schwal­ben“ Kontakt mit der Mühlhau­se­ner „Kontakt­per­son“ hatte.

Wenn gespielt wird, wovon das TTF-Manage­ment im Moment ausgeht, steht ein lupen­rei­nes Duell um die Play-off-Plätze zu erwar­ten – hochklas­si­ges Tisch­ten­nis ist mehr als wahrschein­lich, wenn die erst einmal bezwun­gen Oberschwa­ben mit dem Team aus dem Bergi­schen Land zusam­men­tref­fen, mit dem man sich schon rassi­ge Duelle gelie­fert hat. 12:4 Punkte hat der Gegner auf dem Konto, der nicht von ungefähr dort steht, wo er derzeit steht.

Mit dem deutschen Natio­nal­spie­ler Benedikt Duda, Eigen­ge­wächs des Vereins, der mit einer 9:4‑Bilanz notiert ist, haben die „Schwal­ben“ einen sehr starken Spitzen­spie­ler. Der 26-jähri­ge DTTB-Natio­nal­spie­ler ist aktuell die Nummer 38 der Welt. Ihm zur Seite steht der mit Abstand beste Spani­er Alvaro Robles (WRL Platz 63) – der Links­hän­der ist ein alter Bekann­ter und gehör­te lange der Ochsen­hau­ser Trainings­grup­pe an. Ferner zählt Ecuadors Nummer eins Alber­to Mino (WRL Platz 77) zum Kader.  Neu im Team ist Stefan Fegerl, der letzte Saison noch für die TTF aufge­schla­gen hat. Der aktuel­le Weltrang­lis­ten-87., der überdies ein starkes Doppel gemein­sam mit Robles bildet, kennt die Spieler seines Ex-Vereins natür­lich beson­ders gut und wird darauf brennen, in Ochsen­hau­sen mit Topleis­tun­gen zu brillie­ren. „Das Ziel ist es, unter der Leitung von Trainer Lei Yang die Play-off-Plätze anzugrei­fen“, so der TTC in seiner Selbst­ein­schät­zung. „Dabei weiß die Mannschaft natür­lich, dass bei jedem Spiel voller Einsatz gefragt ist.“ Ein heißer Tanz dürfte den TTF gegen den sehr ausge­gli­chen besetz­ten Gegner bevorstehen.

Hugo Caldera­no, Simon Gauzy, Kanak Jha, Samuel Kulczy­cki und Maciej Kubik sind heiß auf das Match und wollen die nächs­ten beiden Punkte, auch wenn man vor dem Gegner Respekt zeigt. Doch Respekt zeigen heißt nicht, dass man Furcht vor Duda und Co. hätte. Man hat auch die Bergneu­städ­ter Asse schon oft genug bezwun­gen, sodass man um die realis­ti­sche Chance weiß, die Punkte in Ochsen­hau­sen zu behal­ten. Dass man dazu eine Topleis­tung abrufen muss, versteht sich von selbst.

In der letzten Diens­tag erschie­ne­nen Dezem­ber-Weltrang­lis­te ist Caldera­no nach wie vor die Nummer 6 der Welt, Gauzy fiel um eine Positi­on auf Platz 20 zurück, Jha büßte ebenfalls eine Positi­on ein und ist nun 28. Kulczy­cki blieb 360. und Kubik 490. – das ist logisch, denn beide konnten ja keine Punkte in der „China Bubble“ sammeln wie die Topleu­te der Tisch­ten­nis­welt. Doch auch die große Zeit der beiden TTF-Youngs­ter, 18 und 17 Jahre alt, wird noch kommen – eigent­lich beginnt sie gerade –, und dann geht es auch im inter­na­tio­na­len Ranking vermut­lich steil nach oben. Am Sonntag kann Ochsen­hau­sens Cheftrai­ner perso­nell aus dem Vollen schöpfen.

„Nach dem Ausfall des Spiels in Mühlhau­sen wollen wir unseren Fokus auf die schwe­re Aufga­be gegen den TTC Schwal­be Bergneu­stadt richten“, sagt Fu Yong im Vorfeld der Partie. „Die Schwal­ben haben bisher eine tolle Saison gespielt und ich erwar­te ein ganz enges Spiel. Ich bin mit der Arbeit unserer Jungs zuletzt im Training sehr zufrie­den und wir gehen selbst­be­wusst in das Spiel am Sonntag.“