Im Jahr 2015 wurde mit knapp 98 000 Menschen ein histo­ri­scher Höchst­stand an Asylsu­chen­den in Baden-Württem­berg verzeich­net, unter anderem wegen des Bürger­kriegs in Syrien. Ende 2019 lebten weite­ren Angaben des Minis­te­ri­ums zufol­ge rund 210 000 Schutz­su­chen­de im Südwes­ten; 70 Prozent von ihnen haben einen anerkann­ten Schutz­sta­tus. Der Anteil der Flücht­lin­ge an allen auslän­di­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen beträgt damit 12 Prozent.

Die Integra­ti­ons­ex­per­tin der SPD-Landtags­frak­ti­on Sabine Wölfle sagte: «Integra­ti­ons­mi­nis­ter Lucha zählt nur das einiger­ma­ßen Gelun­ge­ne auf, was im Übrigen auch reich­lich mit Bundes­mit­teln finan­ziert ist.» Es fehlten sehr viele Kita-Plätze, in denen die Kinder von Geflüch­te­ten Deutsch lernten und auf die Schule vorbe­rei­tet würden. In den Schulen und vor allem in den Berufs­schu­len mange­le es an zusätz­li­chem Deutsch­un­ter­richt, damit die Kinder und Jugend­li­chen aus Flücht­lings­fa­mi­li­en mit den anderen mithal­ten könnten.

Laut Minis­ter Lucha ist mit dem «Pakt für Integra­ti­on» zwischen Land und Kommu­nen ein bundes­weit einma­li­ges Programm mit der Kernidee von Integra­ti­ons­ma­na­gern geschaf­fen worden. Ihre zentra­le Aufga­be ist die indivi­du­el­le Sozial­be­ra­tung und ‑beglei­tung der Geflüch­te­ten in Zusam­men­ar­beit mit den Akteu­ren vor Ort. Die rund 1200 Integra­ti­ons­ma­na­ger in fast allen Gemein­den des Landes haben über 1,4 Millio­nen Beratungs­ge­sprä­che geführt und rund 59 000 indivi­du­el­le Integra­ti­ons­plä­ne verein­bart. Die häufigs­ten Themen betref­fen die Berei­che Wohnen, Kinder, Arbeits­markt, Sprache und Gesund­heit.

Lucha sprach auch von weite­ren Heraus­for­de­run­gen bei der Integra­ti­on von Geflüch­te­ten. Nicht alle Bemühun­gen der vergan­ge­nen fünf Jahre seien durch­weg erfolg­reich. «Immer wieder gibt es vor allem unter jungen männli­chen Geflüch­te­ten Perso­nen, deren schuli­sche und beruf­li­che Integra­ti­on bisher nicht gelingt. »