RAVENSBURG (dpa/lsw) — Nach zwei Jahren Corona-Zwangs­pau­se sind am Montag zum tradi­tio­nel­len Ruten­fest wieder Tausen­de Schüler und Erwach­se­ne durch die Ravens­bur­ger Innen­stadt gezogen. Der Festzug mit Kostü­men und Musik­grup­pen zur Darstel­lung der Geschich­te der Stadt in Oberschwa­ben ist ein Höhepunkt des mehrtä­gi­gen Fests, das jedes Jahr kurz vor den Sommer­fe­ri­en gefei­ert wird.

Einen wichti­gen Teil des Festzugs bilden die sogenann­ten Ruten­tromm­ler, deren Gruppen bisher meist von Männern dominiert wurden. Am Montag zog mit den «Turmfal­ken» erstmals auch eine reine Tromm­le­rin­nen-Gruppe vor Zehntau­sen­den Zuschau­ern durch die Stadt.

Das Heimat­fest geht auf einen alten Brauch zurück, der zumin­dest für Schüler eigent­lich nicht erfreu­lich klingt: Im 15. Jahrhun­dert gingen demnach Lehrer mit den Kindern ins Grüne, um Ruten für deren Züchti­gung zu schnei­den. Wann aus diesen Ruten­gän­gen, die den Schülern vermut­lich wenig Freude entlo­cken konnten, ein fröhli­ches Stadt­fest wurde, sei nicht bekannt, heißt es bei der Festkommission.