RAVENSBURG – Diese Hilfe kommt direkt bei den kranken Kindern an: Dank eines Venen­fin­ders, der von der Stiftung Valen­ti­na und Kids‘ Bikes Göhl aus Wangen gespen­det wurde, müssen die kleinen Patien­ten im St. Elisa­be­then-Klini­kum für Blutab­nah­men oder Infusio­nen in Zukunft weniger oft gesto­chen werden.

In der Vergan­gen­heit waren oft mehre­re Einsti­che nötig, um die richti­ge Vene zu treffen. Schuld daran ist der „Babyspeck“, unter dem sich die Venen mit dem bloßen Auge oftmals nicht erken­nen lassen. Auch bei Kindern mit dunkler Haut ist das Finden einer Vene erschwert. „Beson­ders bei schwe­ren Krank­hei­ten müssen die Kinder wieder und wieder gepiekst werden, um aktuel­le Infor­ma­tio­nen über die Krank­heits­ak­ti­vi­tät zu bekom­men. Die Kinder weinen und bekom­men Angst vor der Nadel, die Eltern leiden mit ihren Kleinen mit. Deshalb ist es ein riesi­ger Fortschritt, wenn bei schwie­ri­gen Venen­ver­hält­nis­sen zukünf­tig weniger gesto­chen wird“, erklärt PD Dr. Andre­as Artlich, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugend­li­che.

„Für unsere Kinder­in­ten­siv­sta­ti­on ist der Venen­fin­der eine große Erleich­te­rung“, so Dr. Artlich. Er bedeu­te nicht nur weniger Schmer­zen und Stress für die jungen Patien­ten, sondern minde­re auch die Infek­ti­ons­ge­fahr. Zudem verrin­ge­re das Gerät den Materi­al­ver­brauch durch Fehlein­sti­che, denn die Venen­punk­ti­on und Anlage einer Infusi­on gehören zu den am häufigs­ten durch­ge­führ­ten medizi­ni­schen Maßnah­men überhaupt.

Das 5000 Euro teure Gerät mit dem Namen „AccuVein“ bildet über einen spezi­el­len Laser­pro­jek­tor das Gefäß­sys­tem in Echtzeit auf der Hautober­flä­che ab. „Die Präzi­si­on des Geräts ist wirklich erstaun­lich. Man sieht den ganzen Venen­ver­lauf“, berich­tet Dr. Chris­toph Kutscha, Oberarzt an der Kinder- und Jugend­kli­nik. Er war es, der den ersten Kontakt zur Stiftung Valen­ti­na herstell­te. Beim Wandern auf der Alm lernte er Renate Peter, Stiftungs­rä­tin der Stiftung Valen­ti­na kennen. Zusam­men mit ihrem Mann Kurt hatte sie nach dem Tod ihrer 13-jähri­gen Tochter Valen­ti­na, die an einem schwe­ren Knochen­tu­mor erkrank­te, die Stiftung zur Unter­stüt­zung schwer­kran­ker Kinder und ihrer Famili­en gegrün­det.

Im Gespräch ging es auch um medizi­ni­sche Geräte, die in Kranken­häu­sern dringend gebraucht werden. So wurde die Idee geboren, für die OSK ein Venen­such­ge­rät zu beschaf­fen. Auch ein Spender war schnell gefun­den. Der Kinder­fahr­rad­händ­ler Kids‘ Bikes Göhl trug die Summe von 5000 Euro aus den Verkaufs­ge­win­nen seit Eröff­nung des Geschäfts im Januar zusam­men. „Schon vor der Eröff­nung war uns klar: Wir möchten etwas für Kinder tun, die in Not sind.“ erklär­ten die Inhaber Veroni­ka und Philip Göhl, selbst Eltern von vier Kindern. Auf die Arbeit der Stiftung Valen­ti­na sind sie über Facebook aufmerk­sam gewor­den.

Die Stiftung Valen­ti­na ist ein Stiftungs­fonds unter dem Dach der Bürger­stif­tung Kreis Ravens­burg. Wer schwerst­kran­ke Kinder in der Region Oberschwa­ben unter­stüt­zen möchte, findet unter stiftung-valentina.de verschie­de­ne Spenden­mög­lich­kei­ten.