Wangen — Die Stadt Wangen ist zum dritten Mal als Fairtra­de Stadt rezer­ti­fi­ziert worden. Die Organi­sa­ti­on, die diese Auszeich­nung vornimmt, Trans­fair, hat der Stadt die Urkun­de zugesandt. Die Stadt ist damit eine von insge­samt fast 700 Fairtra­de Kommu­nen in Deutsch­land.

Oberbür­ger­meis­ter Micha­el Lang bedank­te sich bei den Mitglie­dern der Steue­rungs­grup­pe für ihr Engage­ment. „Herzli­chen Dank für Ihren Einsatz und für Ihr Dranblei­ben an diesem Thema“, sagte er beim Fototer­min zur Feier der Urkun­den­über­ga­be. Produk­te aus fairem Handel seien in den vergan­ge­nen Jahren in den Angebo­ten der Geschäf­te immer öfter anzutref­fen, sagte er. Von Beginn der Fairtra­de-Arbeit an hatte die Stadt Wert darauf­ge­legt, den Gedan­ken der fairen Produk­ti­on auch in Bezug auf die Region zu sehen. Es habe sich gerade jetzt in der Zeit der Corona-Krise gezeigt, wie wichtig neben der globa­len Vernet­zung auch der regio­na­le Bezug sei, sagte OB Lang.

Den Wangen­ern sind die Mitglie­der der Fairtra­de-Steue­rungs­grup­pe, die städti­scher­seits von Öffent­lich­keits­ar­bei­te­rin Susan­ne Müller betreut wird, von vielen Aktivi­tä­ten bekannt: Seit Jahren schen­ken sie am 1. Januar beim Neujahrs­emp­fang auf dem Markt­platz fair gehan­del­ten Kaffee aus. Bei den Wange­ner Welten waren sie zweimal mit Kaffee und anderen Produk­ten mit einem Stand vertre­ten und brach­ten den fairen Handel dabei ins Gespräch. Vor zwei Jahren unter­stütz­ten sie bei der lokalen Messe das Fußball­tur­nier der Kinder mit fair gehan­del­ten T‑Shirts. Auch im Herbst, wenn die faire Woche im Kalen­der steht, ist die Gruppe norma­ler­wei­se mit einer Aktion am Markt­platz vertre­ten. Ob das in diesem Jahr möglich sein wird, steht noch nicht fest.

Inzwi­schen haben sich die Fairtra­de Städte in der Region gut vernetzt und stehen im Kontakt. Auch der Landkreis Ravens­burg möchte Fairtra­de Landkreis werden und wird dabei von den Städten unter­stützt.

Um als Fairtra­de Stadt anerkannt zu werden, müssen eine ganze Reihe von Krite­ri­en erfüllt sein. Ein Krite­ri­um ist ein Gemein­de­rats­be­schluss, nach dem der Antrag gestellt werden kann. Zudem muss sich dieses Gremi­um gegen Kinder­ar­beit ausspre­chen. Beide Beschlüs­se fällte der Gemein­de­rat im Novem­ber 2013. Den Stein ins Rollen gebracht hatten zwei Schüle­rin­nen des Beruf­li­chen Schul­zen­trums Wangen (BSW), Isabel Scheu­erl und Ramona Sutter.

Für die Steue­rungs­grup­pe dankte Bernhard Baumann OB Lang. Die Gruppe wisse sich unter einem guten städti­schen Schirm und fühle sich gut unter­stützt in ihrer Arbeit, sagte er.