Überlin­gen — Am heuti­gen Mittwoch gegen 11.30 Uhr, zwischen Wallhau­sen und Überlin­gen, fiel einer Strei­fe der Wasser­schutz­po­li­zei­sta­ti­on Überlin­gen auf, dass sich Perso­nen im Wasser vor einem Sport­boot befan­den. Diese waren augen­schein­lich in einer Notla­ge und ca. 50–60 Meter vom Motor­boot entfernt. Das Polizei­boot war gerade auf der Anfahrt zu einem Segel­boot mit Mastbruch und zufäl­lig in der Nähe.

Zu diesem Zeitpunkt war bereits eine Sturm­war­nung für den Boden­see ausge­ge­ben und es herrsch­te eine Windstär­ke von 6 — 7 Beaufort mit entspre­chend hohem Wellen­gang.

Bei näherer Betrach­tung handel­te es sich um drei Perso­nen im Wasser, zwei Erwach­se­ne und ein Kind. Das vier Jahre alte Mädchen hatte zwar einen Schwimm­gür­tel an, jedoch auch mit diesem deutlich zu wenig Auftrieb und wurde von dem Mann so gut es ging über Wasser gehal­ten. Beide wurden aufgrund des Windes und starken Wellen­gangs jedoch immer wieder unter Wasser gedrückt und kämpf­ten um ihr Leben. Die dritte Person, eine 37 Jahre alte Frau versuch­te ebenfalls mit aller Kraft, an der Wasser­ober­flä­che zu bleiben.

Wie die Ermitt­lun­gen ergaben, ging das Mädchen mit seiner 37 Jahre alten Tante vom Motor­boot zum Schwim­men ins Wasser. Auf dem Boot befan­den sich außer­dem der 39 Jahre alte Onkel des Kindes, ihre dreijäh­ri­ge Schwes­ter sowie die Großel­tern der Beiden. Der Onkel, gleich­zei­tig auch Schiffs­füh­rer, bemerk­te, dass es die beiden im Wasser nicht mehr aus eigener Kraft zurück zum Boot schaf­fen würden. Darauf­hin sprang er ohne Rettungs­mit­tel ins Wasser und schwamm zu seiner Frau und der Nichte.

Sofort nahm er das vierjäh­ri­ge Mädchen an sich und es folgte ein Überle­bens­kampf im Wasser. Diesen konnten die Beamten der Wasser­schutz­po­li­zei glück­li­cher­wei­se gerade noch recht­zei­tig beenden. Mittels Rettungs­ring und Rettungs­lei­ne brach­ten sie die drei Verun­glück­ten an Bord des Polizei­boo­tes. Das gestal­te­te sich aller­dings äußerst schwie­rig, weil der Mann bereits unter Schock stand und nur schwer ansprech­bar war. Das Kind und die 37-Jähri­ge wurden ebenfalls völlig entkräf­tet gebor­gen. Bis auf den Schock, den alle drei Betei­lig­ten erlit­ten, entstan­den keine weite­ren Verlet­zun­gen.

Die Wasser­schutz­po­li­zei beglei­te­te anschlie­ßend das Sport­boot zurück in den Hafen.

Die Polizei weist eindrück­lich darauf hin, Sturm­war­nun­gen zu beach­ten und entspre­chen­de Seever­hält­nis­se und Witte­rungs­be­din­gun­gen nicht leicht­fer­tig zu unter­schät­zen.