GENF (dpa) — Es ist eine behan­del­ba­re und vermeid­ba­re Krank­heit, trotz­dem sind im vergan­ge­nen Jahr 1,6 Millio­nen Menschen daran gestor­ben: Tuberkulose

Die Corona-Pande­mie hat den Kampf gegen die Tuber­ku­lo­se (TB) stark zurück­ge­wor­fen. Erstmals seit Jahren ist 2021 die Zahl der Menschen, bei denen die Krank­heit ausge­bro­chen ist, nach Schät­zun­gen der Weltge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) deutlich gestie­gen. Seit länge­rem lag die Zahl um rund zehn Millio­nen im Jahr, 2021 waren es 10,6 Millio­nen, 4,5 Prozent mehr als im Jahr davor, wie die WHO in ihrem jährli­chen Tuber­ku­lo­se-Bericht schreibt. Natür­lich sind alle Gesund­heits­sta­tis­ti­ken von den Einschrän­kun­gen während der Corona-Pande­mie beein­flusst. Unter anderem gingen weniger Menschen wegen Lockdowns oder aus Angst vor einer Anste­ckung zum Arzt.

1,6 Millio­nen Menschen starben nach der WHO-Statis­tik im vergan­ge­nen Jahr durch TB, nach 1,5 Millio­nen 2020 und 1,4 Millio­nen 2019. Die Zahl der Neuerkran­kun­gen pro 100.000 Einwoh­ner stieg 2021 im Vergleich zu 2020 um 3,6 Prozent, nachdem sie in den vergan­ge­nen 20 Jahren fast jedes Jahr um etwa zwei Prozent gesun­ken war. Die WHO fürch­tet, dass der russi­sche Krieg gegen die Ukrai­ne sowie Konflik­te in Afrika und im Mittle­ren Osten die Situa­ti­on verschär­fen könnten.

Infek­ti­on durch Einat­men von Tröpfchen

Tuber­ku­lo­se ist eine der häufigs­ten Infek­ti­ons­krank­hei­ten. Sie überträgt sich durch das Einat­men von infek­tiö­sen Tröpf­chen von Mensch zu Mensch. Die Bakte­ri­en gelan­gen meist in die Lunge, können aber auch andere Organen befal­len. Sie bricht teils erst Jahre nach einer Infek­ti­on aus, und etwa die Hälfte der Erkrank­ten stirbt ohne Behan