Autofreie Sonnta­ge, stren­ge­re Tempo­li­mits, Zeitum­stel­lung: Die Ölkri­se der 1970er Jahre hatte Auswir­kun­gen auf unser Leben, die wir teils bis heute spüren. Damals bestand die Hoffnung, durch den Zeitsprung im Frühjahr und die Stunde mehr Schlaf im Herbst signi­fi­kant Energie zu sparen. Das Kalkül ging, so viel weiß man heute, nicht auf. Genau diesen Punkt führen nun Kriti­ker der Zeitum­stel­lung ins Feld. Eine ewige Sommer­zeit würde sogar Energie sparen, heißt es.

So sagte Korbi­ni­an von Blancken­burg, Profes­sor an der Techni­schen Hochschu­le Ostwest­fa­len-Lippe, der «Rheini­schen Post»: «Je heller es abends ist, desto weniger Strom wird verbraucht.» Er spricht von einem Einspar­po­ten­zi­al von bis zu 700 Millio­nen Euro pro Jahr bei dauer­haf­ter Sommer­zeit. Wird eine Energie­kri­se also nun vom Geburts­hel­fer zum Toten­grä­ber der Zeitumstellung?

Die Lage ist komplex

Ganz so einfach ist es nicht. Chris­toph Mordzi­ol vom Umwelt­bun­des­amt (UBA) betont etwa, dass nicht nur der Strom­ver­brauch zu Hause berück­sich­tigt werden müsse. «Bei geänder­tem Freizeit­ver­hal­ten kann man anneh­men, dass Aktivi­tät außer­halb des Hauses zu Energie­ver­brauchs­stei­ge­run­gen im Verkehrs- und