In der Vorwo­che hat Alexan­der Zverev das erste ATP-Turnier in Köln gewon­nen, am Sonntag könnte er diesen Erfolg wieder­ho­len. Auf dem Weg dorthin revan­chier­te er sich für eine seiner bitters­ten Nieder­la­gen in der jünge­ren Vergangenheit.

Nach der erfolg­rei­chen Revan­che für sein French-Open-Aus gegen Teenager Jannik Sinner ist Deutsch­lands bester Tennis-Spieler noch einen Sieg vom zweiten Turnier-Erfolg in acht Tagen entfernt.

Obwohl die am Freitag erlit­te­ne Hüftver­let­zung noch nicht voll ausku­riert war, schlug der 23-Jähri­ge, der am vergan­ge­nen Sonntag auch das erste Turnier in der Domstadt gewon­nen hatte, Sinner im Halbfi­na­le mit 7:6 (7:3), 6:3.

Gegen den 19 Jahre alten Südti­ro­ler hatte er 20 Tage zuvor im Achtel­fi­na­le der French Open noch angeschla­gen in vier Sätzen verlo­ren. Weswe­gen ein Verzicht nicht in Frage kam. «Ich habe heute Morgen ein MRT gemacht. Ich war nicht ganz gesund, aber ich konnte spielen», sagte Zverev: «Hier zu Hause und gegen einen Spieler gegen den ich gerade verlo­ren habe, das war immer in meinem Kopf. Ich habe gedacht: Nicht nochmal, das verlie­re ich heute nicht.» Sinner, so der vier Jahre ältere Zverev, sei aber «ein kommen­der Superstar».

Zverevs Final-Gegner am Sonntag um 19.30 Uhr ist entwe­der der hinter ihm an Nummer zwei gesetz­te Argen­ti­ni­er Diego Schwart­z­man oder der Kanadi­er Felix Auger-Alias­si­me, die Nummer fünf der Setzliste.

Schon der erste Satz war ein emotio­na­les Auf und Ab. Zverev lag 1:4 hinten, schlug dann bei 5:4 und 6:5 zum Satge­winn auf, vergab beide Chancen und handel­te sich durch Schlä­ger­wer­fen beim Stande von 5:5 eine Verwar­nung ein. Den Tiebreak dominier­te er dann von Beginn an. Im zweiten Satz break­te er Sinner direkt zum 2:0. Bei 4:2 wackel­te sein Aufschlag, er brach­te ihn jedoch durch und das Match ins Ziel.

Zverev spielt am Sonntag somit erneut um 250 Weltrang­lis­ten-Punkte und 13 320 Euro Preis­geld. Um zumin­dest 3015 Euro pro Person und den Turnier­sieg kämpfen ab 16.30 Uhr die zweima­li­gen French-Open-Sieger Andre­as Mies und Kevin Krawi­etz. Nach dem Viertel­fi­nal-Sieg gegen die Zverev-Brüder Alexan­der und Mischa setzte sich das beste deutsche Doppel gegen den Neusee­län­der Marcus Daniell und den Öster­rei­cher Philipp Oswald mit 6:4, 6:3 durch. Gegner am Sonntag sind der Südafri­ka­ner Raven Klaasen und der Japaner Ben McLachlan.

«Es ist natür­lich wunder­schön, so ein tolles Turnier zu spielen», sagte der Kölner Lokal­ma­ta­dor Mies, der unter den 250 insge­samt zugelas­se­nen Perso­nen in der Halle viele Unter­stüt­zer hatte: «Es ist vor allem schön, vor der Familie zu spielen. Ich habe ein paarmal hochge­schaut. Meine Eltern waren da, meine Schwes­ter, meine Nichte, meine Freun­din und die Freun­din von Kevin, unser Physio — es waren einige dabei. Das puscht uns.»

Derweil darf Köln nach der insge­samt gelun­ge­nen Premie­re hoffen, dauer­haft Austra­gungs­ort von ATP-Turnie­ren zu werden. «Ich habe die Hoffnung, dass wir nicht das letzte Mal hier waren», sagte die Turnier­di­rek­to­rin Barba­ra Rittner. Veran­stal­ter Edwin Weindor­fer erklär­te, Köln habe sich «in eine sehr, sehr gute Positi­on gebracht».