BERLIN (dpa) — Gratis war einmal. In der Zinsflau­te drehen Kredit­in­sti­tu­te immer weiter an der Gebüh­ren­schrau­be. Einzel­pos­ten werden teurer, oder kosten­lo­se Konten werden an Bedin­gun­gen geknüpft.

Die Suche nach einem kosten­lo­sen Girokon­to ohne Bedin­gun­gen wird nach Einschät­zung der Stiftung Waren­test zuneh­mend schwieriger.

«Auffäl­lig ist, dass Gebüh­ren erhöht werden, einge­führt werden oder kosten­lo­se Konten mit Bedin­gun­gen verknüpft werden, beispiels­wei­se einem monat­li­chen Geldein­gang», sagte «Finanztest»-Expertin Heike Nicode­mus der Deutschen Presse-Agentur.

Bei einer Auswer­tung von rund 380 Model­len von 152 Banken und Sparkas­sen fanden die Tester 14 Konten, die ohne Bedin­gun­gen kosten­los waren. Vor einem Jahr waren es noch 20. Den Angaben zufol­ge sind zehn der kosten­lo­sen Model­le bei Kredit­in­sti­tu­ten mit Filia­len, die anderen bei Direktbanken.

Als kosten­los definiert die Stiftung Waren­test: keine Grund­ge­bühr, keine Gebühr für Konto­aus­zug, Buchun­gen, Girocard und beim Geldab­he­ben am Automa­ten im eigenen Banken­pool sowie keine Bedin­gun­gen wie regel­mä­ßi­ger Geld- und Gehalts­ein­gang in einer bestimm­ten Höhe. Zugrun­de­ge­legt für die Auswer­tung in der aktuel­len Ausga­be der Zeitschrift «Finanz­test» wurde eine Modell­kun­din. Sie bekommt ein regel­mä­ßi­ges Gehalt, führt das Konto online und nutzt es durchschnittlich.

Weite­re 90 Konten, die einschließ­lich Girocard und allen Buchun­gen nicht mehr als 60 Euro im Jahr kosten, sind aus Sicht der Exper­ten günstig. «Denn die Bank wickelt Buchun­gen ab, stellt Geldau­to­ma­ten und siche­re Technik für das Online­ban­king bereit. Wir stellen dabei aller­dings fest, dass immer weniger Konten deutlich unter 60 Euro liegen», berich­te­te Nicodemus.

«Generell drehen die Kredit­in­sti­tu­te an verschie­de­nen Stell­schrau­ben, so dass die Erhöhun­gen nicht so auffal­len», sagte die Exper­tin. «So werden tenden­zi­ell Überwei­sun­gen in Papier­form teurer, ebenso Kredit­kar­ten.» Proble­ma­tisch sei, dass die Entgelt­in­for­ma­tio­nen auf Websei­ten der Insti­tu­te oft sehr versteckt seien.

Gebüh­ren­er­hö­hun­gen hatte der Bundes­ge­richts­hof zuletzt insofern Grenzen gesetzt, als Banken bei Änderun­gen von Allge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB) die Zustim­mung ihrer Kunden einho­len müssen. Die Klausel, wonach Geldhäu­ser von einer still­schwei­gen­den Zustim­mung ausge­hen können, wenn Kunden einer Änderung nicht binnen zwei Monaten wider­spre­chen, benach­tei­li­ge Kunden unange­mes­sen, hatte das Gericht im April entschieden.

Kredit­in­sti­tu­te müssen Kunden nun im Nachhin­ein um Zustim­mung zu den aktuel­len Gebüh­ren bitten. Zudem können Bankkun­den Gebüh­ren, die Insti­tu­te ohne expli­zi­te Einwil­li­gung erhoben hatten, zurück­for­dern — nach erster Einschät­zung der Stiftung Waren­test rückwir­kend bis mindes­tens zum 1. Januar 2018. Aller­dings rechnet sie damit, dass die meisten Insti­tu­te die Konto­ge­büh­ren nicht freiwil­lig zurück­zah­len dürften.

Verbrau­cher­schüt­zer haben für diesen Fall bereits mit einer Klage gedroht. «Wenn wir jetzt nicht sehen, dass die unzuläs­si­gen Konto­ge­büh­ren erstat­tet werden, dann werden wir in eine zweite Runde vor Gericht ziehen», sagte der Chef des Verbrau­cher­zen­tra­le Bundes­ver­ban­des (vzbv), Klaus Müller, jüngst im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Finanz­häu­ser drehen seit Jahren an der Gebüh­ren­schrau­be. Niedrig­zin­sen setzen die Insti­tu­te unter Druck. Zudem müssen die Geldhäu­ser 0,5 Prozent Negativ­zin­sen zahlen, wenn sie bei der Europäi­schen Zentral­bank Geld parken. Auch wenn es inzwi­schen Freibe­trä­ge für bestimm­te Summen gibt, klagt die Branche über Milliardenbelastungen.

Auch wegen d