Es kommen weniger Menschen nach Deutsch­land und es sterben mehr als geboren werden: Die Bevöl­ke­rungs­zahl in Deutsch­land ist erstmals seit zehn Jahren leicht zurück­ge­gan­gen.

Das seien 40 000 weniger als ein halbes Jahr zuvor (minus 0,05 Prozent). Einen Grund dafür sehen die Statis­ti­ker in der vermin­der­ten Zuwan­de­rung aufgrund der Corona-Pande­mie. «Während sich die Zahl der Zu- und Fortzü­ge im Januar und Febru­ar 2020 noch auf dem Niveau der Vorjah­res­mo­na­te beweg­ten, ist ab März insbe­son­de­re bei den Zuwan­de­run­gen ein starker Einbruch zu beobach­ten», erklär­ten die Statis­ti­ker. So habe die Netto­zu­wan­de­rung mit 17.000 Menschen laut vorläu­fi­ger Ergeb­nis­se deutlich unter dem Vorjah­res­wert gelegen (plus 167.000).

Laut der vorläu­fi­gen Ergeb­nis­se lag die Zahl der Toten um 112.000 Perso­nen über der Zahl der Neuge­bo­re­nen (Vorjah­res­wert: 105.000). Die niedri­ge­re Netto­zu­wan­de­rung habe das Gebur­ten­de­fi­zit in der ersten Jahres­hälf­te 2020 nicht ausglei­chen können, so dass es zu dem Bevöl­ke­rungs­rück­gang gekom­men sei.

Das Bundes­amt weist aber auch darauf hin, dass die Wande­rungs- und Bevöl­ke­rungs­zah­len zeitlich mit den Corona-Einschrän­kun­gen zusam­men­fiel. «Neben den einge­schränk­ten Reise­mög­lich­kei­ten könnte aber auch eine verzö­ger­te Erfas­sung der Wande­rungs­fäl­le eine Rolle spielen», hieß es. Daher sei nicht ausge­schlos­sen, dass es zu Nachhol­ef­fek­ten bei der Erfas­sung von Zuwan­de­rern komme.

Zuletzt war die Bevöl­ke­rungs­zahl demnach im zweiten Halbjahr 2010 gesun­ken. Seit 2011 stiegen die Zahlen dann stetig. Der höchs­te Anstieg wurde zuwan­de­rungs­be­dingt im zweiten Halbjahr 2015 regis­triert (plus 0,9 Prozent).