BERLIN (dpa) — Der Gesund­heits­mi­nis­ter will bestimm­te PCR-Tests priori­siert auswer­ten lassen. Auch Lehrkräf­te sollen bevor­zugt behan­delt werden, fordert ein Berufs­ver­band. Diese hätten «viel Kontakt» zu Ungeimpften.

Die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wissen­schaft (GEW) hat gefor­dert, Lehrer und Erzie­her bei einer Priori­sie­rung von Corona-PCR-Tests mit zu berücksichtigen.

«Sie haben am Arbeits­platz nicht nur viel Kontakt, sondern auch sehr viel Kontakt mit ungeimpf­ten Menschen», sagte die GEW-Vorsit­zen­de Maike Finnern den Zeitun­gen der Funke Medien­grup­pe (Freitag).

Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lauter­bach (SPD) will am Wochen­en­de eine Verord­nung zur Priori­sie­rung der Auswer­tung von PCR-Tests vorle­gen. In einem Verord­nungs­ent­wurf seines Minis­te­ri­ums mit Stand von Diens­tag­nach­mit­tag hieß es, angesichts knapper Kapazi­tä­ten und drastisch zuneh­men­der Infek­tio­nen sei es notwen­dig, dass «eine vorran­gi­ge Befun­dung von Proben­ma­te­ri­al von Beschäf­tig­ten mit Kontakt zu beson­ders vulnerablen Perso­nen­grup­pen sicher­ge­stellt wird».

«Hätte nicht passie­ren dürfen»

Finnern kriti­sier­te: «Es hätte nicht passie­ren dürfen, dass wir jetzt den Zugang zu den PCR-Tests priori­sie­ren müssen.» Es sei immer gesagt worden, dass Schulen unbedingt geöff­net bleiben sollten. «Da wäre die Vorsor­ge bei der Verfüg­bar­keit von Tests ein Baustein gewesen.» Sie ergänz­te: «Wenn es eine flächen­de­cken­de Versor­gung mit PCR-Lolli­tests für Schulen und Kitas gäbe, stünden wir jetzt ganz anders da.»

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuin­fek­tio­nen war zuletzt deutlich gestie­gen und hat den höchs­ten Stand seit Pande­mie-Beginn erreicht.

Bundes­bil­dungs­mi­nis­te­rin Betti­na Stark-Watzin­ger (FDP) sprach sich erneut gegen Schul­schlie­ßun­gen aus: «Es besteht große Einig­keit, die Schulen offen zu halten», sagte sie der «Passau­er Neuen Presse» (Freitag). Dafür müsse alles getan werden, da Schüler in den ersten Pande­mie-Wellen stark unter Schul­schlie­ßun­gen gelit­ten hätten. Kinder und Jugend­li­che sind stark von den jüngs­ten Infek­tio­nen betroffen.