KONSTANZ/MANNHEIM (dpa/lsw) — Trocken­heit setzt den Gewäs­sern zu. Niedrig­was­ser aller­or­ten hat für die Schiff­fahrt teils gravie­ren­de Folgen.

Die Trocken­heit führt auch am Boden­see zu einem histo­risch niedri­gen Wasser­stand. Am Donners­tag war es der dritt­nied­rigs­te an einem 11. August gemes­se­ne Stand am Pegel Konstanz seit 1850. Der Wert betrug nach Angaben der Hochwas­ser­vor­her­sa­ge­zen­tra­le am Donners­tag 311 Zenti­me­ter — nur 1949 (298 Zenti­me­ter) und 2003 (302 Zenti­me­ter) waren die Werte niedriger.

Mit dem aktuel­len Wasser­stand befin­de sich der Seespie­gel auf einem Niveau, das üblicher­wei­se erst Ende Oktober erreicht wird. Das «Schwä­bi­sche Meer» ist nur ein Beispiel für die zahlrei­chen Gewäs­ser des Landes mit Niedrig­was­ser; am Donners­tag lagen an rund 85 Prozent der Kennwert­pe­gel in Baden-Württem­berg die Wasser­stän­de unter­halb des niedrigs­ten Wasser­stan­des in einem durch­schnitt­li­chen Jahr.

Von Januar bis Juli fielen in Baden-Württem­berg nur rund 70 Prozent der Nieder­schlä­ge des langjäh­ri­gen Mittel­werts. Das hat Folgen für die Fahrgast­schiff­fahrt auf dem Rhein. Derzeit legen nach Auskunft des Hafens Mannheim dort im Schnitt am Tag nur ein bis zwei Fahrgast­schif­fe an, sonst seien es drei bis vier. Für diese Schif­fe sei ein Tiefgang von mindes­tens 1,80 Metern notwen­dig, beim derzei­ti­gen Pegel­stand in Mannheim werde das sehr eng, sagte Deutsch­lands einzi­ge Haupt­ha­fen­meis­te­rin Regina Güntert der dpa.

Manche Schif­fe blieben länger im Hafen als gewöhn­lich, weil die Passa­gie­re mit dem Bus zu immer weiter entfern­ten Sehens­wür­dig­kei­ten und am Abend wieder zurück zum Boot trans­por­tiert würden. Gäste aus Russland und Übersee fehlten ganz. Haupt­säch­lich Europä­er nutzen die Schif­fe, um von dort per Bus das Heidel­ber­ger Schloss oder den Dom zu Speyer zu erkunden.

Dagegen ist auf dem Neckar die Perso­nen­schiff­fahrt in vollem Gange. Alle sieben Schif­fe des Neckar-Käpt’n seien dank der zahlrei­chen Schleu­sen wie üblich im Einsatz, sagte ein Unter­neh­mens­spre­cher. Allein zwischen Stutt­gart und Heilbronn gibt es zwölf Schleu­sen, die den Wasser­stand hoch halten.

Proble­me haben hinge­gen Fracht­schif­fe auf dem Rhein. Sie können nur noch 30 bis 40 Prozent ihrer üblichen Ladung trans­por­tie­ren. Um die gleiche Tonna­ge wie zuvor zu bringen, braucht es nun mehr Schif­fe, was teurer ist, wie Güntert erläuterte.

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