BERLIN (dpa) — Die Infek­ti­ons­zah­len steigen. Um es dem Virus nicht «super­leicht» zu machen, sollte man jetzt in Innen­räu­men eine Maske tragen, fordert der Gesund­heits-Exper­te. Freiwillig.

Der Grünen-Gesund­heits­ex­per­te Janosch Dahmen hat angesichts steigen­der Corona-Infek­ti­ons­zah­len zum Masken­tra­gen in Innen­räu­men aufgerufen.

Im Moment werde in Innen­räu­men vielfach kein Mund-Nasen-Schutz mehr getra­gen, was es dem Virus «super­leicht» mache, sagte Dahmen im ARD-«Morgenmagazin». Neben der notwen­di­gen Rechts­grund­la­ge für den Herbst, die derzeit erarbei­tet wird, sollten Masken daher schon jetzt freiwil­lig auch in Innen­räu­men getra­gen werden, mahnte Dahmen.

Der Grünen-Politi­ker beton­te, jeder kenne in seinem Umfeld aktuell Menschen, die erkrankt seien. Man sehe, dass viel Perso­nal in Kranken­häu­sern fehle. Auch sei mancher Sommer­ur­laub in Gefahr, weil etwa Beschäf­tig­te bei Flugge­sell­schaf­ten ausfielen.

Vierte Impfung im Gespräch

Dahmen forder­te ferner eine Kampa­gne im Sommer für zweite Auffri­schimp­fun­gen. Diese sollten nicht nur über 70-Jähri­gen, sondern auch flächen­de­ckend bei Menschen über 60 Jahren und mit Vorer­kran­kun­gen vorge­nom­men werden. Auch sollte geprüft werden, ob nicht alle Erwach­se­nen diese vierte Impfung erhal­ten sollten, um mit «frischem Impfschutz» besser im Herbst geschützt zu sein als in vergan­ge­nen Jahren.

Die Infek­ti­ons­zah­len sind in den vergan­ge­nen Wochen stark gestie­gen. Das Robert Koch-Insti­tut gab am Diens­tag die offizi­el­le Zahl der Neuin­fek­tio­nen je 100.000 Einwoh­ner binnen sieben Tagen mit 687,7 an. Am Vortag hatte der Wert bei 650,7 gelegen (Vorwo­che: 635,8; Vormo­nat: 257,6). Exper­ten schät­zen die tatsäch­li­che Zahl etwa doppelt so hoch, weil viele Infizier­te keinen PCR-Test mehr machen und damit nicht erfasst werden.