Die Corona-Lage in Baden-Württem­berg spitzt sich zu. Erstmals überschrei­tet nun eine Region einen kriti­schen Grenz­wert. Der Kreis Esslin­gen wird zum Hotspot im Südwes­ten. Aber auch in anderen Ecken des Landes verschärft sich die Lage.

«Das ist eine besorg­nis­er­re­gen­de Entwick­lung», sagte Gesund­heits­mi­nis­ter Manne Lucha (Grüne). Das Land stehe im engen Kontakt mit dem Landkreis, auch was die jetzt anste­hen­den schär­fe­ren Maßnah­men betref­fe. Das Infek­ti­ons­ge­sche­hen dort gehe vor allem auf Reise­rück­keh­ren­de, priva­te Feiern und den Ausbruch in einem Unter­neh­men zurück. Die Kontakt­per­so­nen­nach­ver­fol­gung sei in vollem Gange, sagte Lucha. Er appel­lier­te eindring­lich an die Bevöl­ke­rung, die Corona-Regeln strengs­tens einzu­hal­ten. «Wir müssen eine diffu­se Ausbrei­tung des Virus unbedingt verhindern.»

Die Zahl der nachge­wie­se­nen Corona­vi­rus-Infek­tio­nen hat sich in Baden-Württem­berg im Vergleich zum Vortag um 652 Fälle erhöht. Am Diens­tag waren es noch 388 neue Fälle. Insge­samt hätten sich im Land nun 52 222 Menschen nachweis­lich mit dem Erreger Sars-CoV‑2 angesteckt, teilte das Landes­ge­sund­heits­amt mit. Die Zahl der Todes­fäl­le im Zusam­men­hang mit dem Virus stieg um 4 auf 1898.

Die Lage spitzt sich seit Tagen gefähr­lich zu. Mehre­re Regio­nen haben bei der sogenann­ten Sieben-Tages-Inzidenz die Vorwarn­stu­fe von mehr als 35 Corona-Neuin­fek­tio­nen pro 100 000 Einwoh­ner inner­halb von sieben Tagen erreicht — darun­ter die Landes­haupt­stadt. Die sogenann­te Sieben-Tages-Inzidenz lag in Stutt­gart am Mittwoch bei 38,4 und somit über der kriti­schen Marke von 35. Auch Mannheim (37,3) und der Stadt­kreis Heilbronn (35,5) liegen in der Vorwarn­stu­fe. Die Sieben-Tages-Inzidenz für das ganze Land stieg am Mittwoch auf 20,6.

Rathäu­ser und Landrats­äm­ter sind deshalb zu neuen Einschrän­kun­gen gezwun­gen. Nach Mühlacker, dem Kreis Esslin­gen und Mannheim schränkt auch Stutt­gart die Teilneh­mer­zah­len bei priva­ten Feiern ein. Dort sind Feiern in priva­ten Räumen von Freitag an und für die kommen­den zwei Wochen nur noch erlaubt, wenn weniger als 25 Menschen zusam­men­kom­men. In der Öffent­lich­keit oder in angemie­te­ten Räumen liegt die Grenze bei 50 Teilneh­mern, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte.

Mit der Verschär­fung folgen die Kreise und Kommu­nen der Empfeh­lung der Bund-Länder-Kommis­si­on von Ende Septem­ber, die insbe­son­de­re der Verbrei­tung von Infek­tio­nen im Rahmen von Feier­lich­kei­ten im Famili­en- und Freun­des­kreis vorbeu­gen soll. Bei mehr als 50 Fällen pro 100 000 Einwoh­ner können in betrof­fe­nen Gegen­den Ausgangs- und Kontakt­be­schrän­kun­gen verschärft werden. Welche konkre­ten Maßnah­men Esslin­gen nun ergreift, blieb am Mittwoch­abend zunächst offen.

Bereits am Diens­tag hatte die baden-württem­ber­gi­sche Landes­re­gie­rung wegen der steigen­den Infek­ti­ons­zah­len die zweite von drei mögli­chen Corona-Warnstu­fen ausge­ru­fen. Minis­ter­prä­si­dent Winfried Kretsch­mann (Grüne) sprach von einer Habt-Acht-Stufe. Die Pande­mie­stu­fe zwei gilt, wenn die landes­wei­te sogenann­te Sieben-Tage-Inzidenz von 10 Fällen je 100 000 Einwoh­ner überschrit­ten wird und zusätz­lich das Infek­ti­ons­ge­sche­hen diffus ansteigt oder sich die landes­wei­ten wöchent­li­chen Fallzah­len inner­halb von zwei Wochen verdoppeln.

Stutt­garts Oberbür­ger­meis­ter Fritz Kuhn (Grüne) nannte die neue Aufla­ge in der Landes­