Die Zahl der neuen Corona-Fälle in Deutsch­land steigt. Auch ältere Menschen infizie­ren sich wieder etwas mehr. Sie sind beson­ders anfäl­lig für einen schwe­ren Verlauf.

«Nach einer vorüber­ge­hen­den Stabi­li­sie­rung der Fallzah­len auf einem erhöh­ten Niveau ist aktuell ein weite­rer Anstieg der Übertra­gun­gen in der Bevöl­ke­rung in Deutsch­land zu beobach­ten», schreibt das RKI in seinem Bericht von Freitag­abend.

Die Lage auf den Inten­siv­sta­tio­nen ist laut DIVI-Inten­siv­re­gis­ter nach wie vor recht entspannt. «Aktuell kann unser Gesund­heits­sys­tem gut mit der Situa­ti­on umgehen, aber die Dynamik in ganz Europa besorgt», schrieb Gesund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) am Samstag bei Twitter. Er appel­lier­te erneut an die Bürger, Abstand zu halten, Mund-Nase-Schutz zu tragen und Hygie­ne-Regeln zu beach­ten.

Der Anteil der Infizier­ten in der älteren Bevöl­ke­rung nehme aktuell leicht zu, schreibt das RKI. «Sollte sich der aktuell beobach­te­te Trend fortset­zen und sich weiter vermehrt ältere Menschen infizie­ren, muss auch mit einem Wieder­an­stieg der Hospi­ta­li­sie­run­gen und Todes­fäl­le gerech­net werden.» Der R‑Wert liege derzeit etwas über 1. Das bedeu­tet, dass ein Infizier­ter im Mittel etwas mehr als einen weite­ren Menschen ansteckt. Der R‑Wert bildet jeweils das Infek­ti­ons­ge­sche­hen etwa einein­halb Wochen zuvor ab.

Der Höhepunkt bei den täglich gemel­de­ten Neuan­ste­ckun­gen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesun­ken und im Juli wieder gestie­gen. Die Zahl der erkann­ten Neuin­fek­tio­nen ist auch davon abhän­gig, wie viele Menschen getes­tet werden. Die Zahl der Tests nahm laut RKI zuletzt wieder leicht zu.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindes­tens 270 070 Menschen in Deutsch­land nachweis­lich mit dem Virus Sars-CoV‑2 infiziert (Daten­stand 19.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todes­fäl­le im Zusam­men­hang mit einer Corona-Infek­ti­on liegt nach RKI-Angaben bei 9384. Seit dem Vortag wurden sechs Todes­fäl­le mehr gemel­det. Bis Samstag­mor­gen hatten rund 239 800 Menschen die Infek­ti­on nach RKI-Schät­zun­gen überstan­den.

Das Paul-Ehrlich-Insti­tut rechnet weiter­hin mit einer Zulas­sung von Corona-Impfstof­fen für Ende 2020 oder Anfang 2021. Derzeit befän­den sich neun Impfstoff-Kandi­da­ten in der abschlie­ßen­den klini­schen Phase III, sagte Insti­tuts-Chef Klaus Cichu­tek den Sendern RTL und ntv. Zwar sei der Zeitpunkt Speku­la­ti­on, «aber rechnen wir mal Ende diesen Jahres, mit Beginn des nächs­ten Jahres mit den ersten Zulas­sun­gen». Diese Einschät­zung vertritt das Paul-Ehrlich-Insti­tut — das deutsche Bundes­in­sti­tut für Impfstof­fe — unver­än­dert seit länge­rer Zeit.

Auch bei einer Zulas­sung von Impfstof­fen zu diesem Zeitpunkt werde es noch mehre­re Monate dauern, bis in Deutsch­land ein Impfstoff flächen­de­ckend zu Verfü­gung stehe.