Erst ein kelti­sches Kinder­grab, dann eine Kelten­fürs­tin: Nun sind Archäo­lo­gen im Kreis Sigma­rin­gen erneut auf eine prunk­vol­le Grabkam­mer gesto­ßen.

Der einsti­ge Fürsten­sitz Heuneburg an der Donau gilt als die ältes­te frühstäd­ti­sche Siedlung nördlich der Alpen. Vor knapp zehn Jahren waren die Forscher nur wenige Meter vom aktuel­len Fundort entfernt auf die Grabkam­mer einer Kelten­fürs­tin gesto­ßen. Der Fund zählt zu den bisher bedeu­tends­ten archäo­lo­gi­schen Entde­ckun­gen der vergan­ge­nen Jahrzehn­te in Deutsch­land. 2005 fanden Archäo­lo­gen in dem Areal auch das Grab eines etwa zwei bis drei Jahren alten Mädchens, das mit wertvol­len Beiga­ben bestat­tet worden ist.

Die Forscher vermu­ten eine Bezie­hung zwischen den Gräbern. «Wir gehen davon aus, dass es sich um nahver­wand­te Mitglie­der der politisch führen­den Famili­en handelt, die um 600 v. Chr. das Sagen auf der Heuneburg hatten», sagte Projekt­lei­ter und Landes­ar­chäo­lo­ge Profes­sor Dirk Kraus­se.

Die Kelten sind eine Gruppe von Völkern, die vor mehr als 2000 Jahren weite Teile Europas besie­del­ten. Über ihre Kultur und ihr Alltags­le­ben ist wenig bekannt, sie hinter­lie­ßen keine Schrift­zeug­nis­se. Verschwun­den sind die Kelten um Chris­ti Geburt. Ihr Kernsied­lungs­ge­biet war in Süddeutsch­land und Ostfrank­reich. Als Erben der alten Kelten verste­hen sich heute unter anderem Schot­ten, Iren, Breto­nen in Nordwest­frank­reich und Galizier in Nordwest­spa­ni­en.