LOS ANGELES (dpa) — Mit Komödi­en wie «Dumm und Dümmer», «Die Maske», «Bruce Allmäch­tig» oder «Der Grinch» hat es Jim Carrey in Holly­woods erste Liga geschafft. Doch als Fratzen­schnei­der lässt er sich nicht festlegen.

Kurz vor seinem 60. Geburts­tag meldet sich Jim Carrey in einer ungewöhn­li­chen Rolle zu Wort. Die Stimme des Holly­wood-Komikers ertönt auf dem neuen Album «Dawn FM» von Super­star The Weeknd.

Als Modera­tor eines fikti­ven Radio­sen­der spricht er die Hörerin­nen und Hörer an: «You are now listening to 103.5 Dawn FM…» Er sei begeis­tert davon, in der Sympho­nie «seines guten Freun­des» mitzu­wir­ken», twitter­te der Filmstar Anfang Januar.

Carrey, der diesen Montag (17.1.) 60 Jahre alt wird, und Abel Tesfaye (31) alias The Weeknd sind gebür­ti­ge Kanadi­er, beide wuchsen im selben Stadt­teil von Toron­to auf. Als Vierjäh­ri­ger habe er 1994 bei seinem ersten Kinobe­such den Carrey-Filmhit «Die Maske» gesehen, erzähl­te der Sänger 2020 dem Filmblatt «Varie­ty». Es habe ihn umgehau­en. «Jim Carrey war meine erste Inspi­ra­ti­on um Künst­ler zu werden», sagte The Weeknd. Nun seien sie Freunde.

Mit Comedy-Hits wie «Ace Ventu­ra — Ein tieri­scher Detek­tiv», «Die Maske», «Dumm und Dümmer», «Cable Guy — Die Nerven­sä­ge» und «Der Dummschwät­zer» wurde Carrey in den 90er Jahren als Holly­woods hochbe­zahl­ter Slapstick-Star gefeiert.

Das Image als Fratzen­schnei­der hat er längst abgelegt. Zuletzt fiel er durch politi­sche Protest­ka­ri­ka­tu­ren auf. Vor einem Jahr stell­te er Donald Trump nach dessen Wahlnie­der­la­ge als «Killer Clown» dar. Nach dem gewalt­sa­men Sturm des Kapitols durch Trump-Anhän­ger poste­te der Schau­spie­ler auf Twitter eine bissi­ge Zeich­nung, die Trump mit einem Golfball als Clown-Nase, rot-verschmier­ten Lippen und grün umran­de­ten Augen zeigt.

Litera­ri­sches Debüt 2020

Politisch bezog er beim Wahlkampf um die US-Präsi­dent­schaft auch als Darstel­ler in der Comedy-Show «Satur­day Night Live» Positi­on. In der belieb­ten Parodie-Sendung trat er als Demokrat Joe Biden auf.

Mit «Memoi­rs and Misin­for­ma­ti­on» brach­te Carrey 2020 mit Co-Autor Dana Vachon einen satiri­schen Debüt­ro­man mit autobio­gra­fi­schem Anstrich heraus. Das Buch handelt von einem Mann namens Jim Carrey, der Holly­wood-Schau­spie­ler ist und promi­nen­te Freun­de wie Gwyneth Paltrow oder Antho­ny Hopkins hat — der aber gleich­zei­tig unter der Oberfläch­lich­keit seiner Umgebung leidet und auf Sinnsu­che ist.

«Der Jim Carrey in diesem Buch ist in Wirklich­keit ein Vertre­ter, ein Avatar für jeden in meiner Positi­on», sagte Carrey der «New York Times». «Den Künst­ler, die Berühmt­heit, den Star. Diese Welt und ihr ganzer Exzess und ihre Völle­rei und ihre Selbst-Fokus­sie­rung und Eitel­keit.» Es sei das perfek­te Buch für «das Ende der Welt, der egois­ti­schen Welt».

Klassen­clown

Mit jedem Projekt erfin­de er sich neu, sagt Carrey. «Während meiner ganzen Karrie­re habe ich meinen Zuschau­ern viel abver­langt und sie haben mir erlaubt, solche Dinge zu tun. Ich denke, dass sie sie auf eine bestimm­te Art und Weise sogar erwar­ten. Sie erwar­ten nichts Konventionelles.»

Carrey wuchs als jüngs­tes von vier Kindern in der kanadi­schen Provinz Ontario auf. Er war der Klassen­clown, der das Rampen­licht suchte. Mit 18 Jahren wagte der Schul­ab­bre­cher den Sprung nach Los Angeles, wo er sich langsam in der Clubsze­ne einen Namen machte, dann wurde Holly­wood aufmerksam.

In «Batman Forever» (1995) mimt er den hämischen Riddler. In «Der Grinch» (2000) wird er unter einer pelzi­gen Maske zum grimmi­gen Weihnachts-Wüterich. In «Bruce Allmäch­tig» (2003) spielt er einen frustrier­ten TV-Repor­ter, der die göttli­chen Geschäf­te übernimmt.

Die erste große ernste Rolle gab ihm der austra­li­sche Regis­seur Peter Weir in der Medien­sa­ti­re «Die Truman Show» (1998). Darin glänzt Carrey als sorglo­ser Bürger in einer blitz­blan­ken Vorstadt, die sich als Kulis­se für eine Reali­ty-Show e