Über Jahrzehn­te wurde Gotthilf Fischer zum «Herr der singen­den Heerscha­ren» oder «Thera­peut der wunden Seelen». Der Chorlei­ter war inter­na­tio­nal bekannt und bei einem großen Publi­kum äußersrt beliebt. Nun ist der «König der Chöre» gestorben.

Chorlei­ter Gotthilf Fischer ist tot. Er starb bereits am Freitag im Alter von 92 Jahren, wie seine Manage­rin Esther Müller der Deutschen Presse-Agentur in Stutt­gart am Mittwoch bestä­tig­te. Zunächst hatten die «Bild»-Zeitung und andere Medien berichtet.

Der Musiker sei «einfach einge­schla­fen», sagte Müller. «Es war die Zeit und das Alter.» Er seit am Mittwoch im engsten Famili­en­kreis beigesetzt worden.

Fischer wurde am 11. Febru­ar 1928 im schwä­bi­schen Plochin­gen geboren. Er wuchs als Sohn eines Hobby­mu­si­kers auf und gründe­te mit 14 Jahren seinen ersten Chor. Drei Jahre später übernahm er die Leitung des Gesang­ver­eins Concordia in Deizi­s­au, später wurde er Leiter weite­rer Gesangvereine.

Zu bundes­wei­ter Berühmt­heit gelang­te er, als die Fischer-Chöre 1969 in der Sendung «Dreimal neun» mit Wim Thoel­ke auftra­ten. Bald darauf erschien die erste Schall­plat­te. Fischer dirigier­te zwischen­zeit­lich mehr als 60 000 Sänger auf der ganzen Welt. Sie waren in Freun­des­krei­sen der Fischer-Chöre aktiv. Mehr als 16 Millio­nen Schall­plat­ten wurden weltweit verkauft.

Erst im vergan­ge­nen Jahr wurde der «König der Chöre» sogar noch für einen Inter­net-Erfolg ausge­zeich­net: Seine Aufnah­me der Europa­hym­ne «Ode an die Freude» mit der Liedzei­le «Freude schöner Götter­fun­ken» kam nach Angaben seines Manage­ments auf mehr als 17 Millio­nen Youtube-Streams und Zehntau­sen­de Downloads bei Anbie­tern wie Amazon und Spoti­fy. Umgerech­net zähle das in etwa so viel wie 75 000 physi­sche Tonträ­ger — dafür gab es eine Golde­ne Schallplatte.

Fischers Frau Hilde war 2008 im Alter von 89 Jahren nach 59-jähri­ger Ehe gestor­ben. Sie hatte 1949 einen Sohn mitge­bracht, gemein­sam bekamen sie zwei Kinder.