STUTTGART (dpa/lsw) — Der SPD-Gesund­heits­ex­per­te Karl Lauter­bach hält die Pläne Baden-Württem­bergs, den Corona-Lockdown mit Hilfe von Schnell­tests zu lockern, für riskant. Man befin­de sich noch in einer schwie­ri­gen Situa­ti­on, weil die Hälfte der Menschen über 80 Jahren noch gar nicht geimpft sei, sagte Lauter­bach dem SWR. «Selbst die wichti­gen Risiko­grup­pen zwischen 65 und 80 sind noch ungeschützt. Also jetzt zu lockern ist sehr gefähr­lich.» Die dritte Infek­ti­ons­wel­le habe begon­nen. «Locke­run­gen in eine solche Welle hinein sind gefähr­lich. Und ich glaube nicht, dass man das nur mit Schnell­tests in den Griff kriegt.» Er befürch­te zudem eine hohe Fehler­quo­te bei den Selbsttests.

In einem Impuls­pa­pier für die Bund-Länder-Beratun­gen am kommen­den Mittwoch hat das Staats­mi­nis­te­ri­um von Minis­ter­prä­si­dent Winfried Kretsch­mann (Grüne) vorge­schla­gen, Berei­che, in denen das Infek­ti­ons­ri­si­ko überschau­bar ist, mit Hilfe von Schnell­tests schritt­wei­se zu öffnen.