Wer heira­ten will, steht vor einem Problem: Wegen Corona gibt es Eheschlie­ßun­gen nur mit Einschrän­kun­gen. Wann wieder große Feste mit vielen Freun­den und Verwand­ten möglich sein werden, weiß niemand. Viele Paare planen kurzfris­tig um — oder trauen sich in intimer Atmosphäre.

Die Corona-Pande­mie macht aus standes­amt­li­chen Hochzei­ten Veran­stal­tun­gen im kleins­ten Kreis. Wie viele Paare sich für eine Trauung anmel­den, ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich.

In einigen Bundes­län­dern haben die Standes­äm­ter trotz Corona allen­falls leich­te Rückgän­ge bei der Zahl der bislang angemel­de­ten Eheschlie­ßun­gen für 2021 verzeich­net, in anderen mehr. Das ergab eine Umfra­ge der Deutschen Presse-Agentur.

Heira­ten trotz Corona — das scheint zumin­dest die Devise in Bayern zu sein. Bis Ende Juni seien bei den beiden Standes­äm­tern in München rund 700 Trauun­gen geplant, teilte die Stadt auf Anfra­ge mit. Das entspre­che dem Durch­schnitt anderer Jahre. Ähnli­ches berich­tet das Standes­amt in Regens­burg, auch wenn die Paare dort mit Termi­nen ab April noch zöger­li­cher seien, als sonst. Doch der Kalen­der werde sich bestimmt noch füllen, glaubt die Regens­bur­ger Presse­spre­che­rin Julia­ne von Roenne-Styra. Sie beobach­tet den Trend, dass Paare den Termin für den großen Tag momen­tan lieber kurzfris­tig festlegen.

Ob sich die Pande­mie auf die Zahl der Braut­paa­re im Norden auswirkt, lässt sich an den Anmel­dun­gen für das laufen­de Jahr nach Auskunft aus Kiel, Flens­burg und Norder­stedt noch nicht absehen. Die Nachfra­ge nach den optisch attrak­ti­ven und leicht zu merken­den Daten 12.2.21 und 21.2.21 halte sich bisher jeden­falls in Grenzen. In Norder­stedt und Flens­burg können aktuell nur das Braut­paar und der Standes­be­am­te an der Zeremo­nie teilneh­men, in Kiel dürfen noch Kinder des eigenen Haushalts dabei sein.

In Nieder­sach­sen riet die Landes­re­gie­rung Anfang Januar angesichts der verschärf­ten Corona-Infek­ti­ons­la­ge sogar vorerst von Hochzei­ten ab. «Wir bitten alle darum, wenn irgend­wie möglich, in den nächs­ten Wochen von einer Hochzeit abzuse­hen», sagte Regie­rungs­spre­che­rin Anke Pörksen. Die Nachfra­ge nach Hochzeits­ter­mi­nen bei den Standes­äm­tern im Land war zunächst etwa so wie im Vorjahr. Bei der Planung gibt es aber teils Unter­schie­de: Ein Sprecher des Standes­am­tes in Göttin­gen sagte, viele Paare würden in diesem Jahr ausge­fal­le­ne Orte für ihre Hochzei­ten eher meiden und statt­des­sen ein Standes­amt in der Nähe ihres Wohnor­tes wählen. Grund dafür sind auch die Unsicher­hei­ten im Bezug auf die Reise- und Gästebeschränkungen.

Und im Südwes­ten? Während des derzeit stren­gen Lockdowns geben sich dort weniger Paare das Ja-Wort als im Vorjahr, wie eine Umfra­ge bei zehn baden-württem­ber­gi­schen Standes­äm­tern ergab. Die ersten Monate des Jahres sind laut einer Spreche­rin der Stadt Aalen erwar­tungs­ge­mäß nicht die belieb­tes­ten. Doch in vielen Standes­äm­tern lägen die Zahlen der angemel­de­ten Trauun­gen in den ersten beiden Monaten des Jahres zum Stand Mitte Januar noch deutlich unter denen des Vorjahres.

Da Termi­ne in der Regel erst sechs Monate im Voraus verge­ben werden, können die Standes­äm­ter bislang nicht sagen, ob sich im Sommer und damit in den klassi­schen Hochzeits­mo­na­ten mehr Paare das Jawort geben wollen. Eines habe sich bei den Trauun­gen während der Pande­mie jedoch defini­tiv verän­dert, hieß es: Sie werden öfter kurzfris­tig abgesagt. Zum Teil bekom­men die Ämter nur ein bis zwei Tage vorher Bescheid. Hochzeits­ter­mi­ne würden teils mehrmals versc