Nach dem 3:0 im Hinspiel vor der Corona-Zwangs­pau­se in London will der deutsche Fußball-Rekord­meis­ter in der heimi­schen Arena die letzten Zweifel besei­ti­gen. «Wir haben den notwen­di­gen Respekt und haben gesehen, was Chelsea nach dem Re-Start für Leistun­gen gezeigt hat. Die waren gut», sagte Trainer Hansi Flick über den Premier-League-Vierten. «Wichtig ist, dass wir den notwen­di­gen Respekt haben, gleich­zei­tig aber selbst­be­wusst in das Spiel gehen und uns unserer Stärken bewusst sind.»Kapitän Manuel Neuer blick­te schon dem Final­tur­nier vom 12. bis 23. August in Lissa­bon entge­gen. «Wir sind sehr positiv, freuen uns auf das was kommt und sind in einer guten Verfas­sung», sagte der Natio­nal­tor­hü­ter.

PERSONAL: Der FC Bayern muss außer auf den verletz­ten Rechts­ver­tei­di­ger Benja­min Pavard auch auf den angeschla­ge­nen Kings­ley Coman verzich­ten. Mit Ivan Perisic und Philip­pe Coutin­ho «haben wir für diese Positi­on zwei Optio­nen», sagte Trainer Flick. «Bei Chelsea fallen noch mehr Spieler aus», erklär­te Neuer. Kapitän César Azpili­cue­ta und der frühe­re Dortmun­der Stürmer Chris­ti­an Pulisic fehlen den Blues unter anderem.

GEGNER: Der FC Chelsea braucht ein Fußball-Wunder. In der Geschich­te der Champions League kam noch nie eine Mannschaft weiter, die das Hinspiel zu Hause mit drei Toren Diffe­renz verlo­ren hat. Trotz­dem will der Champions-League-Sieger von 2012 noch einmal alles versu­chen. «Wenn ich auf der Gegen­sei­te wäre, würde ich denken, dass man nichts zu verlie­ren hat und nochmal alles in die Waagscha­le legt. Und genau­so erwar­ten wir Chelsea», sagte Flick.

GELBSPERRE: Joshua Kimmich, der Pavard als Rechts­ver­tei­di­ger ersetzt, und Thiago, der den Kimmich-Part im Mittel­feld übernimmt, müssen aufpas­sen. Eine weite­re Gelbe Karte würde eine Sperre nach sich ziehen. Wenn sie nicht verwarnt werden, dürfen sie aufat­men: Die UEFA hat vor den Blitz­tur­nie­ren in der Champions League und Europa League ihre Regel zu Gelb-Sperren geändert. Verwar­nun­gen werden diesmal bereits nach dem Achtel­fi­na­le und nicht erst nach dem Viertel­fi­na­le gestri­chen.

FINALERINNERUNGEN: Wenn der FC Chelsea in der Allianz Arena aufläuft, kommen unwei­ger­lich Erinne­run­gen an das Champions-League-Finale von 2012 auf. Vor acht Jahren verlo­ren die Münch­ner im Elfme­ter­schie­ßen gegen die Blues. Basti­an Schwein­s­tei­ger verschoss damals den entschei­den­den Versuch vom Punkt. Aus dem aktuel­len Bayern-Team liefen vor acht Jahren Neuer, Thomas Müller und Jérôme Boateng gegen die Mannschaft des frühe­ren Kapitäns Frank Lampard auf.

FINALTURNIER: Wenn die Münch­ner das Ticket für Lissa­bon lösen, ist dort der Sieger des Duells FC Barce­lo­na gegen SSC Neapel am 14. August der Gegner. Hier ist es nach einem 1:1 im Hinspiel spannend. Fest steht schon der Start von RB Leipzig. Die Sachsen treffen am 13. August auf Atléti­co Madrid.

Von Chris­ti­an Kunz und Klaus Bergmann, dpa