Polen war bisher das einzi­ge Nachbar­land Deutsch­lands ohne Corona-Risiko­ge­biet. Damit ist es nun vorbei. Das ist aber längst nicht alles: Regio­nen in 15 Ländern landen auf der Risiko­lis­te, erstmals auch Gebie­te in einem beson­ders belieb­ten Urlaubs­land.

Außer­dem werden dann Malta und die Slowa­kei komplett sowie einzel­ne Regio­nen in neun weite­ren EU-Ländern auf die Risiko­lis­te gesetzt, wie das Robert Koch-Insti­tut auf seiner Inter­net­sei­te mitteil­te. Dazu zählen acht Regio­nen der Schweiz, darun­ter der an Deutsch­land grenzen­de Kanton Zürich, erstmals Gebie­te in Schwe­den und Finnland sowie weite­re Regio­nen in Großbri­tan­ni­en, Irland, Kroati­en, Portu­gal, Slowe­ni­en und Ungarn.

Es wird erwar­tet, dass das Auswär­ti­ge Amt für alle neuen Risiko­ge­bie­te auch eine Reise­war­nung ausspricht. Mit der Aufnah­me von fünf polni­schen Regio­nen einschließ­lich der Metro­po­len Danzig und Krakau auf die Risiko­lis­te wird ab Samstag keines der neun Nachbar­län­der Deutsch­lands mehr ohne Risiko­ge­biet sein. Die polni­schen Grenz­ge­bie­te bleiben aller­dings noch verschont.

In Frank­reich werden Korsi­ka und das am Anfang der Corona-Pande­mie beson­ders stark betrof­fe­ne Grenz­ge­biet Grand Est auf die Risiko­lis­te gesetzt. Damit wird der europäi­sche Teil des Landes komplett betrof­fen sein. Von den fünf Übersee-Depar­te­ments ist ab Samstag nur noch die Insel Mayot­te im Indischen Ozean «risiko­frei». In den Nieder­lan­den wird Zeeland an der Nordsee als letzte Provinz zum Risiko­ge­biet.

Mit Itali­en wird nun auch das zweit­be­lieb­tes­te Urlaubs­land der Deutschen nach Spani­en zumin­dest teilwei­se auf die Risiko­lis­te gesetzt. Mit Liguri­en und Kampa­ni­en trifft es zwei sehr gefrag­te Touris­ten­zie­le: Das südita­lie­ni­sche Kampa­ni­en mit Neapel, der Amalfiküs­te und den Inseln Capri und Ischia sowie die nordwest­li­che Küsten­re­gi­on Liguri­en um Genua.

Die Einstu­fung als Risiko­ge­biet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenz­wert von 50 Neuin­fek­tio­nen auf 100.000 Einwoh­ner in den vergan­ge­nen sieben Tagen überschrei­ten. Das gilt inzwi­schen für rund 130 Länder ganz und für mehr als ein Dutzend teilwei­se. Für etwa 40 weite­re Länder wird unabhän­gig von der Infek­ti­ons­la­ge von Reisen abgera­ten. Der Grund: Dort gelten noch Einrei­se­be­schrän­kun­gen, Quaran­tä­ne­re­geln oder eine Ausrei­se­sper­re in die EU.

Die Auswei­sung zum Risiko­ge­biet und die damit automa­tisch verbun­de­nen Reise­war­nun­gen bedeu­ten zwar kein Reise­ver­bot, sollen aber eine möglichst große abschre­cken­de Wirkung auf Touris­ten haben. Das Gute für den Urlau­ber: Er kann eine bereits gebuch­te Reise stornie­ren, wenn sein Ziel zum Risiko­ge­biet erklärt wird. Das Schlech­te: Rückkeh­rer aus den Risiko­ge­bie­ten müssen derzeit noch für 14 Tage in Quaran­tä­ne, können sich aber durch einen negati­ven Test davon vorzei­tig befrei­en lassen.

Die Quaran­tä­ne­re­geln sollen erst am 8. Novem­ber geändert werden. Dann gilt eine zehntä­gi­ge Quaran­tä­ne, und man wird sich erst am fünften Tag nach Rückkehr davon «freites­ten» lassen können.