Der Papst will ein Signal des Zusam­men­halts in Pande­mie-Zeiten senden. Dafür beendet Franzis­kus seinen Reise-Stopp. Er fährt in rund vier Wochen für einen Kurzbe­such nach Assisi.

Das katho­li­sche Kirchen­ober­haupt reist für die Unter­schrift extra zu einem Kurzbe­such nach Assisi in Umbri­en. Dort liegt das Grab des heili­gen Franz von Assisi, des Namens­ge­bers des Papstes. Der 83-jähri­ge Franzis­kus wird bei seiner voraus­sicht­lich ersten Reise nach der Corona-Pause nur einen halben Tag unter­wegs sein, wie der Vatikan am Samstag mitteil­te.

In der Enzykli­ka soll es den Angaben nach um Brüder­lich­keit und sozia­len Zusam­men­halt gehen. Sie soll den Titel «Fratel­li tutti» (Alle Brüder) tragen. Kirchen­ken­ner in Itali­en beton­ten am Wochen­en­de, dass Franzis­kus schon in seinen jüngs­ten Anspra­chen heraus­ge­stellt hatte, dass die Mensch­heit die Virus-Pande­mie nur gemein­sam und in großer Solida­ri­tät erfolg­reich überwin­den könne. Es wird die dritte Enzykli­ka des Papstes aus Argen­ti­ni­en seit seinem Antritt im März 2013 sein.

Eine Enzykli­ka richtet sich sowohl an Bischö­fe als auch an die restli­chen Gläubi­gen. Thema­tisch geht es in solchen Papie­ren um Glaubens- und Sitten­leh­re, um Sozial‑, Staats- und Wirtschafts­fra­gen oder um Kirchen­po­li­tik. Franzis­kus hatte bereits 2013 («Lumen fidei — Licht des Glaubens») und 2015 («Lauda­to si’ — Über die Sorge für das gemein­sa­me Haus») solche Schrei­ben veröf­fent­licht. Seine sogenann­te Umwelt-Enzykli­ka vor fünf Jahren wurde weltweit als Aufruf zum Umden­ken im Klima­schutz breit beach­tet.

Die Stadt Assisi liegt rund zwei Autostun­den nordöst­lich von Rom und dem Vatikan entfernt. Sie ist die Heimat des Franzis­ka­ner-Ordens und auch der Geburts­ort des Heili­gen Franzis­kus. Dort sei eine Messe in der Unteren Basili­ka geplant, nahe der Krypta des Heili­gen, hieß es. Der Ordens­stif­ter war in dem Ort 1226 gestor­ben.

Der Papst hatte im März wegen des Corona-Ausbruchs seine Reise­tä­tig­keit gestoppt. Wie die Präfek­tur seines Haushalts erläu­ter­te, werde der Papst gleich nach dem Termin in den Vatikan zurück­keh­ren. Wegen der Gesund­heits­la­ge werde der Besuch «auf Wunsch des Heili­gen Vaters» eine priva­te Form haben. Das heißt, es sind keine Pilger zugelas­sen. Franzis­kus war als Papst schon mehrfach in Assisi zu Gast.