Die Zahl der Neuin­fek­tio­nen mit dem Corona­vi­rus steigt seit Tagen an. Nun ist ein neuer Rekord­wert erreicht. Doch mit den Werten aus dem Frühjahr ist er nur bedingt vergleich­bar.

Die Gesund­heits­äm­ter melde­ten nach Angaben des Robert Koch-Insti­tuts 6638 Neuin­fek­tio­nen — rund 1500 mehr als am Mittwoch. Bislang waren Ende März mit knapp 6300 Neuin­fi­zier­ten die meisten regis­triert worden. Aller­dings sind die jetzi­gen Werte nicht mit denen aus dem Frühjahr vergleich­bar, weil mittler­wei­le wesent­lich mehr getes­tet wird — und damit auch mehr Infek­tio­nen entdeckt werden.

Am Mittwoch vergan­ge­ner Woche hatten die Gesund­heits­äm­ter dem RKI 4059 Neuin­fek­tio­nen mitge­teilt. Damit war zum ersten Mal seit April die 4000er Marke überschrit­ten worden.

Die Zahl der Corona­tests schwankt seit Mitte August zwischen rund 1,1 Millio­nen und 1,2 Millio­nen pro Woche. Die Rate der positi­ven Tests ist nach RKI-Angaben vom Mittwoch­abend jedoch deutlich gestie­gen: von 0,74 Prozent Ende August auf 2,48 Prozent in der Woche vom 5. bis 11. Oktober.

In mehre­ren Labors gebe es einen Rückstau, einige gaben laut RKI Liefer­schwie­rig­kei­ten für Reagen­zi­en an. «Das RKI errei­chen in den letzten Wochen zuneh­mend Berich­te von Laboren, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslas­tung befin­den», schreibt das Insti­tut im Lagebe­richt vom Mittwoch. Der zusätz­li­che Testbe­darf durch Urlau­ber nach Einfüh­rung des Beher­ber­gungs­ver­bots mit der Option zu einer «Freites­tung» habe die Situa­ti­on weiter verschärft.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindes­tens 341.223 Menschen in Deutsch­land nachweis­lich mit dem Virus Sars-CoV‑2 infiziert. Die Zahl der Todes­fäl­le im Zusam­men­hang mit einer Corona-Infek­ti­on lag demnach bei 9710. Das waren 33 mehr als am Vortag. Nach Schät­zun­gen des RKI gibt es etwa 284.600 Genese­ne.

Die Repro­duk­ti­ons­zahl, kurz R‑Wert, lag nach RKI-Schät­zun­gen in Deutsch­land laut Lagebe­richt bei 1,04 (Vortag: 1,18). Das bedeu­tet, dass ein Infizier­ter im Mittel etwa einen weite­ren Menschen ansteckt. Der R‑Wert bildet jeweils das Infek­ti­ons­ge­sche­hen etwa einein­halb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuel­len Lagebe­richt ein sogenann­tes Sieben-Tage‑R an. Der Wert bezieht sich auf einen länge­ren Zeitraum und unter­liegt daher weniger tages­ak­tu­el­len Schwan­kun­gen. Nach RKI-Schät­zun­gen lag dieser Wert bei 1,16 (Vortag: 1,20). Er zeigt das Infek­ti­ons­ge­sche­hen von vor 8 bis 16 Tagen.