STUTTGART (dpa/lsw) — Im Südwes­ten macht es auch ein kleines bisschen Wumms. Um die Krise abzufe­dern und noch Geld für eigene Projek­te zu haben, werfen Grüne und CDU ihr zentra­les Haushalts­ziel über Bord. Auch 4000 Lehrkräf­te können sich freuen — der Sekt dürfte schon kalt gestellt sein.

Angesichts der Krise nimmt die grün-schwar­ze Koali­ti­on einen Kurswech­sel vor und macht im nächs­ten Haushalt doch neue Schul­den. Zwar kann sich die Regie­rung über deutlich höhere Steuer­ein­nah­men freuen, doch das reiche nicht, um alle geplan­ten Entlas­tun­gen zu finan­zie­ren, hieß es am späten Samstag­abend nach der Sitzung der Haushalts­kom­mis­si­on um Minis­ter­prä­si­dent Winfried Kretsch­mann. Grüne und CDU planen nun ein eigenes Hilfs­pa­ket für Betrie­be, die wegen der Energie­kri­se in Existenz­not sind.

Daneben nimmt die Koali­ti­on nochmal kräftig Geld in die Hand, um eigene Projek­te voran­zu­trei­ben. So sollen befris­tet angestell­te Lehrkräf­te künftig auch über die Sommer­fe­ri­en bezahlt werden. Die Opposi­ti­on nannte es dreist, dass die Regie­rung trotz Steuer­plus neue Schul­den aufneh­men will. «Nun wird die Krise als Vorwand genutzt, um alle Ansprü­che zu bedie­nen», sagte FDP-Frakti­ons­chef Hans-Ulrich Rülke.

Trotz Krise: Steuern sprudeln dank Inflationsgewinne

Die Steuer­schät­zung ergab, dass das Land 2,5 Milli­ar­den Euro in den nächs­ten beiden Jahren trotz des erwar­te­ten Abschwungs mehr einneh­men soll. Haupt­grund dafür ist, dass der Staat über die Umsatz­steu­er von der hohen Infla­ti­on profi­tiert. Das Geld werde gebraucht, um das von der Ampel geplan­te dritte Entlas­tungs­pa­ket mitzu­fi­nan­zie­ren. «Wir geben die zusätz­li­chen Steuer­ein­nah­men vollstän