LINDAU – Seit Oktober 2015 ist Steffen Riedel als Klima­schutz­ma­na­ger im Landkreis Lindau tätig. Zuvor war er jahre­lang Kreis­rat der Frakti­on Bündnis 90/Die Grünen und Klima­schutz­be­auf­trag­ter des Landkrei­ses. Jetzt geht der Klima­spe­zia­list in den Ruhestand und hinter­lässt große Fußstap­fen, denn Riedel gilt im Landkreis als einer der Pionie­re und Vorden­ker in Sachen Klima­schutz. Die Stelle wurde 2015 geschaf­fen, um das zwei Jahre zuvor erstell­te Klima­schutz­kon­zept zügig reali­sie­ren zu können. Die Bilanz nach fünf Jahren ist sehr gut, viele Punkte des Konzepts sind bereits erfolg­reich umgesetzt. Landrat Elmar Stegmann dankte Steffen Riedel für sein heraus­ra­gen­des Engage­ment: „Wir hatten mit Steffen Riedel einen Vollblut-Klima­schutz­ma­na­ger, der Vieles für den Landkreis erreicht hat.“

Hier einige Schwer­punk­te aus dem Klima­schutz­kon­zept:

Energie­ver­sor­gung:
Der Landkreis bezieht seit Jahren für seine Liegen­schaf­ten Strom aus erneu­er­ba­ren Energien. Die Dächer der Liegen­schaf­ten werden teilwei­se für eigene Solar­an­la­gen oder aber von der Bürger­en­er­gie Stadt Land See genutzt. Solar­an­la­gen auf weite­ren Schul­dä­chern sind geplant.

Außer­dem stellt der Landkreis unter www.solare-stadt.de/landkreis-lindau/ Privat­haus­hal­ten kosten­los ein Solar­po­ten­ti­al­ka­tas­ter zur Verfü­gung und konnte mit der Aktion „Check Dein Dach“ Beratun­gen von Privat­per­so­nen unter­stüt­zen.

Leitli­ni­en zum wirtschaft­li­chen Bauen:
Neben der Energie­ver­sor­gung ist natür­lich die Energie­ein­spa­rung wichtig. Seit 2012 gibt es für landkreis­ei­ge­ne Gebäu­de „Leitli­ni­en zum wirtschaft­li­chen Bauen“, welche den Passiv­haus­stan­dard auch für Bestands­ge­bäu­de zur Grund­la­ge haben. Diese werden immer wieder an neue Entwick­lun­gen angepasst.

Energe­ti­sche Sanie­run­gen:

Der Landkreis hat bisher folgen­de Liegen­schaf­ten energe­tisch saniert oder teilsa­niert:

  • Realschu­le Linden­berg (Passiv­haus im Bestand)
  • Martin Schule (Unter­schrei­tung EnEV um etwa 30%)
  • Realschu­le Lindau (Unter­schrei­tung EnEV, Einbau einer Lüftungs­an­la­ge)
  • Boden­see Gymna­si­um Doppel­turn­hal­le (Passiv­haus im Bestand)
  • Realschu­le Linden­berg Turnhal­le (Passiv­haus­stan­dard)
  • Schul­zen­trum Lindau (Heizungs­sa­nie­rung mit Brenn­wert­kes­sel, Block­heiz­kraft­werk, Hydrau­li­schem Abgleich, Hochef­fi­zi­enz­pum­pen)
  • Valen­tin-Heider-Gymna­si­um (Heizungs­er­neue­rung Pellet­hei­zung)
  • Valen­tin-Heider-Gymna­si­um Turnhal­le (Passiv­haus­stan­dard)
  • Gymna­si­um Linden­berg (Heizungs­sa­nie­rung mit Brenn­wert­kes­sel, Block­heiz­kraft­werk)

Der Landkreis wird seinen größten „Energie­fres­ser“, das Berufs­schul­zen­trum, mit fast 50% Heizener­gie­an­teil bezogen auf alle Landkreis­lie­gen­schaf­ten in den kommen­den Jahren durch einen Neubau erset­zen.

Weite­re Themen von Steffen Riedel waren eine Vernet­zung der Akteu­re und Stärkung der Energie­be­ra­tung, Öffent­lich­keits­ar­beit, Sensi­bi­li­sie­rung der Jugend an den Schulen, Kampa­gnen zur energe­ti­schen Gebäu­de­sa­nie­rung, Solar­ener­gie, Biogas  und Wasser­kraft, nachhal­ti­ge Bewirt­schaf­tung der landkreis­ei­ge­nen Gebäu­de, nachhal­ti­ger Touris­mus sowie ein Monito­ring der Klima­schutz­maß­nah­men. „Den erfolg­rei­chen und beispiel­haf­ten Weg wollen wir fortset­zen und weiter­hin einen nachhal­ti­gen Beitrag zum Klima­schutz vor Ort leisten“, so der Landrat. Viele Themen sind bereits jetzt schon fest in der Verwal­tung veran­kert, wie beispiels­wei­se die Nachhal­tig­keit in der Beschaf­fung.