Er hat Musik-Geschich­te geschrie­ben, die nach ihm und seinem Bruder benann­te Band feier­te Welterfol­ge. Nun ist Eddie Van Halen tot — er wurde 65 Jahre alt. Kolle­gen wie John Mayer und Gene Simmons würdi­gen das Gitar­ren-Genie.

«Ich kann nicht glauben, dass ich das schrei­ben muss, aber mein Vater, Edward Lodewi­jk Van Halen, hat heute Morgen seinen langen und harten Kampf gegen Krebs verlo­ren.» Die nach Eddie und seinem älteren Bruder Alex benann­te Band Van Halen feier­te Welterfol­ge. Ihr Song «Jump» wurde 1984 zum inter­na­tio­na­len Chart-Hit und ist bis heute ein Party­klas­si­ker.

Eddie Van Halen sei der beste Vater gewesen, den er sich hätte wünschen können, schrieb der 29-jähri­ge Sohn, der als Bassist in der Band spiel­te. Der Rockmu­si­ker sei in einem Kranken­haus in Santa Monica im Beisein seiner Ehefrau Janie Liszew­ski und anderer Famili­en­mit­glie­der gestor­ben, berich­te­te das Promi-Portal «TMZ.com».

Branchen­kol­le­gen bekun­de­ten ihre Trauer und würdig­ten Van Halen. «Eddie war nicht nur ein Gitar­ren-Gott, er war auch eine wirklich gute Seele», schrieb Rocker Gene Simmons von der Band Kiss auf Twitter. John Mayer würdig­te ihn auf Insta­gram als «Super­hel­den» an der Gitar­re: «Ein wahrer Virtuo­se. Ein fantas­tisch guter Musiker und Kompo­nist.» Als Kind habe er ihn schon bewun­dert und als Vorbild angese­hen. Rocker Tommy Lee poste­te Fotos mit Van Halen auf Insta­gram und würdig­te ihn als Mann, «der das Gitar­re­spie­len für ewig verän­dert hat».

Country-Star Keith Urban lobte ihn als «Meister kompli­zier­ter Solos», mit denen Van Halen viele Zuhörer begeis­tern konnte, weil er eine «hervor­ra­gen­de Melodie in seinem Herzen» und Freude beim Spielen hatte. «Er machte Sachen mit der Elektro-Gitar­re wie sonst niemand», sagte Lenny Kravitz laut «People.com». «Er ist ein Pionier, und seine Musik ist einfach unglaub­lich», schrieb Kravitz auf Insta­gram. Auch Branchen­grö­ßen wie Aeros­mith, Ozzy Osbourne, Nickel­back und Duran Duran zollten Tribut.

Er sei sprach­los und ihm zerrei­ße es das Herz, schrieb Sammy Hagar, der in den 1980er/1990er Jahren Sänger der Band war. Rocker David Lee Roth, der sich 1985 von der Band getrennt hatte, aber 2007 zu Van Halen zurück­kehr­te, poste­te auf Twitter ein Foto von sich und Eddie und beschrieb die gemein­sa­me Zeit als «langen, großar­ti­gen Trip».

Die Van-Halen-Brüder wurden in Amster­dam geboren und wander­ten als Kinder mit ihren Eltern nach Kalifor­ni­en aus. Schon früh began­nen sie, Gitar­re und Schlag­zeug zu spielen, gewan­nen Musik­wett­be­wer­be und gründe­ten schließ­lich schon zu Schul­zei­ten die Band Van Halen.

Ihr Debüt­al­bum «Van Halen» war 1978 gleich ein Kassen­knül­ler, es verkauft sich über 10 Millio­nen Mal und machte Eddie zum Star. Über die nächs­ten Jahre hatten die Brüder mit Hits wie «Erupti­on», «Runnin’ with the Devil», «Mean Street», «Jump» und «Hot For Teacher» Erfolg. 2007 wurde die Band in die Rock ’n’ Roll Hall of Fame aufge­nom­men. Als letztes ihrer zwölf Studio­al­ben veröf­fent­lich­ten sie 2012 «A Diffe­rent Kind of Truth».

Musika­lisch blieben sie über Jahrzehn­te erfolg­reich, privat aber lief es für Eddie Van Halen nicht immer gut. Von seiner ersten Ehefrau, der Schau­spie­le­rin Valerie Berti­nel­li, ließ er sich 2007 schei­den. 2009 heira­te­te er Janie Liszew­ski. Immer wieder sprach er offen über seine Alkohol- und Drogen­sucht. Von der war er nach eigenen Angaben später zwar losge­kom­men, doch der Exzess hinter­ließ sicht­ba­re Spuren.