Der Minis­ter­prä­si­dent reagier­te bestürzt: «Wir wussten um die kriti­sche Situa­ti­on, in der sich das kleine Mädchen befand.» Mit jedem Tag, an dem es am Leben geblie­ben sei, sei die Hoffnung ein wenig gewach­sen, dass das Kind es schaf­fen würde. «Ich bin voller Trauer», teilte Kretsch­mann mit. Seine Gedan­ken seien bei den Eltern, denen nun das Schlimms­te wider­fah­ren sei, was einer Mutter und einem Vater passie­ren könne: der Tod des eigenen Kindes.

Der Unfall auf der nassen Autobahn 81 nördlich von Heilbronn beschäf­tigt auch die Justiz. Wegen der lebens­ge­fähr­li­chen Verlet­zun­gen des Klein­kinds bei der Kolli­si­on eines Privat­wa­gens mit Kretsch­manns Fahrzeug­ko­lon­ne hat die Staats­an­walt­schaft Heilbronn Ermitt­lun­gen aufge­nom­men. Es bestehe der Verdacht der fahrläs­si­gen Körper­ver­let­zung gegen einen 33-Jähri­gen, der den Unfall verur­sacht haben soll, hatte ein Behör­den­spre­cher am Freitag erklärt.

Der Mann, in dessen Auto das Mädchen saß, war am vergan­ge­nen Montag­abend in ein am Fahrbahn­rand stehen­des Begleit­fahr­zeug des Dienst­wa­gens von Kretsch­mann gekracht. Der Regie­rungs­chef war mit seinem Tross auf der Autobahn unter­wegs, als sein Dienst­wa­gen auf regen­nas­ser Straße ins Schleu­dern geriet, gegen eine Leitplan­ke prall­te und auf dem Seiten­strei­fen zum Stehen kam. Wenig später krach­te das Auto mit drei Insas­sen in das Begleit­fahr­zeug. Dabei kam nicht nur die Einjäh­ri­ge zu Schaden. Der Mann, der Vater des Kindes, wurde schwer, eine 29 Jahre alte Frau auf dem Beifah­rer­sitz wurde leicht verletzt. Der Regie­rungs­chef blieb unver­sehrt.