Auch Hochschu­len sind bei der Entwick­lung von Impfstof­fen vorn dabei. Sie dürfen mit einem Vektor­i­mpf­stoff in die erste Phase der klini­schen Tests. Der neue Impfstoff­kan­di­dat ist ein alter Bekann­ter.

Es handelt sich um einen sogenann­ten Vektor­i­mpf­stoff, mit dem geneti­sches Materi­al des Covid-19-Erregers in den Körper einge­schleust wird, wie das PEI im hessi­schen Langen mitteil­te. Er wurde vom Deutschen Zentrum für Infek­ti­ons­for­schung (DZIF) und der IDT Biolo­gi­ka GmbH in Dessau entwi­ckelt. Betei­ligt sind auch die Ludwig-Maximi­li­ans-Univer­si­tät München, die Philipps-Univer­si­tät Marburg und das Univer­si­täts­kli­ni­kum Hamburg-Eppen­dorf.

Bei dem Vektor­i­mpf­stoff wurde die geneti­sche Infor­ma­ti­on für ein Oberflä­chen­pro­te­in von Sars-CoV‑2 in ein abgewan­del­tes Pocken­vi­rus einge­baut ist. Das Ausgangs­vi­rus wurde schon vor mehr als 30 Jahren herge­stellt und auch für die Entwick­lung eines Impfstoffs gegen Mers verwen­det. Der Vektor kann sich nicht vermeh­ren, aber die einge­schleus­te DNA-Sequenz kann eine Infek­ti­on simulie­ren und die Produk­ti­on von Antikör­pern und T‑Zellen auslö­sen.

In der ersten Phase der klini­schen Prüfung wird der Impfstoff auf Sicher­heit, Verträg­lich­keit und auf seine spezi­fi­sche Immun­ant­wort gegen den Erreger unter­sucht. An der Studie nehmen 30 gesun­de Erwach­se­ne teil. Sie erhal­ten zwei Impfun­gen im Abstand von vier Wochen. Arbeits­grup­pen in Hamburg und Marburg messen paral­lel die Bildung von Antikör­pern und T‑Zellen im Körper und verglei­chen diese mit der Immun­re­ak­ti­on von genese­nen Covid-19-Patien­ten.

Aktuell sind laut Weltge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on weltweit 41 Covid-19-Impfstoff­kan­di­da­ten in der klini­schen Prüfung, einige von ihnen schon in der für die Zulas­sung wichti­gen dritten Phase. In Deutsch­land sind laut PEI vier sogenann­te RNA-Impfstof­fe und nun zwei Vektor­i­mpf­stof­fe in verschie­de­nen Phasen in der klini­schen Prüfung. PEI-Präsi­dent Klaus Cichu­tek sagte, der erfolg­rei­che Antrag des DZIF sei der Beweis, «dass auch akade­mi­sche Entwick­lun­gen aus Deutsch­land weltweit mithal­ten können». Er rechnet damit, dass in den nächs­ten Monaten weite­re Impfstoff­kan­di­da­ten zur Prüfung zugelas­sen werden.