«Man kann es eine zweite Welle nennen, man kann es eine zweite Spitze nennen, man kann es ein Aufflam­men nennen, man kann es nennen wie man will — nimmt man den Druck von diesem Virus, kommt das Virus zurück», sagte WHO-Exper­te Micha­el Ryan in Genf. «Ich weiß, das wollen die Leute nicht hören, aber das ist die Reali­tät.» Es sei außer­ge­wöhn­lich schwer, das Virus zu stoppen.

In mehre­ren Ländern Europas stiegen die Infek­ti­ons­zah­len jüngst wieder an, was vieler­orts Sorge vor einem erneu­ten rasan­ten Anstieg der Fallzah­len ausge­löst hat. Die Aufga­be besteht laut Ryan darin, durch Nachver­fol­gung, Tests und lokale Maßnah­men Ausbruch für Ausbruch schnell einzu­däm­men und so weite­re landes­wei­te Lockdowns wie im Frühjahr zu vermei­den. «Das sagen wir den Ländern in Europa: Lasst den Druck auf dem Virus», so Ryan.

WHO-Exper­tin Maria van Kerkho­ve erinner­te an die zentra­le Bedeu­tung großer Menschen­an­samm­lun­gen für die Verbrei­tung des Erregers. «Das Virus liebt solche Ansamm­lun­gen.»

Die WHO erwar­tet diese Woche das Überschrei­ten der Marke von 20 Millio­nen Infizier­ten. Mehr als 720.000 Patien­ten sind nach offizi­el­len Daten mit oder an Covid-19 gestor­ben. Exper­ten schät­zen die Dunkel­zif­fer nicht erfass­ter Infek­tio­nen und Todes­fäl­le aller­dings als hoch ein.