Tiere dienen dem Menschen, Frauen gehören ins Haus und der Mann schafft den Schot­ter ran. Kaum eine Serie behaup­te­te sich zur Prime­time wie die US-Gesell­schafts­par­odie der Familie Feuer­stein.

Auch in Deutsch­land haben sich die Bilder des Vorspanns tief einge­prägt. Da sitzt Fred Feuer­stein auf einem — eigent­lich ja schon längst ausge­stor­be­nen — Sauri­er, den er bei seinem Job im Stein­bruch braucht, bevor er mit einem freudi­gen «Yabba Dabba Doo!» in den Feier­abend schlit­tert. Freds Ausruf kennt heute fast jeder.

Die Feuer­stein-Erfin­der Joseph Barbe­ra und William Hanna hatten sich bereits 1940 die Figur einer Katze ausge­dacht, die mit allen Mitteln eine Maus jagt und dabei nur Trümmer hinter­lässt — Tom & Jerry. Zwei Jahrzehn­te später waren Trick­fil­me fester Bestand­teil des Kinos, eigene Folgen für das Fernse­hen gab es aber nicht. Hanna und Barbe­ra wollten das mit einer Serie ändern, die sowohl Kinder als auch Erwach­se­ne komisch finden könnten.

Dafür war der trotte­li­ge und latent gereiz­te Fred Feuer­stein wie gemacht. In der Stein­zeit-Vorstadt lebt der dickli­che und eher ungepfleg­te Fred mit seiner gerade­zu dürren und stets perfekt gestyl­ten Frau Wilma. Hinzu kommen die Nachbarn Betty und Barney Geröll­hei­mer.

Die Arbeits­ver­tei­lung war in beiden Haushal­ten klar festge­legt: Er kümmert sich darum, dass der Schot­ter reinkommt, für sie bleibt die Hausar­beit — und später auch die Kinder­be­treu­ung. Denn schließ­lich bekamen beide Paare auch Kinder, die Feuer­steins ihre Tochter Pebbles und die Nachbarn einen außer­ge­wöhn­lich starken Jungen namens Bamm-Bamm.

Und natür­lich haben die Feuer­steins auch einen Hund, der eigent­lich ein Dino ist. Er bringt aber brav Pantof­feln und die Tages­zei­tung — die natür­lich stets aus Stein ist. Die Macher zeigen uns, dass die Stein­zeit genau so war wie das Leben heute. Nur eben ohne Strom und Plastik, dafür mit Stein und Holz.

Einer der Dauer­gags sind dabei Tiere, die nur dafür da zu sein schei­nen, den Menschen zu dienen und die Arbeit von moder­nen Maschi­nen überneh­men. Wenn Wilma sich beklagt, dass der Müllschlu­cker nicht mehr funktio­niert, findet sie hinter einer Klappe ein Urzeit­viech — zu satt, um noch Abfäl­le zu fressen. Die Klima­an­la­ge spiel­te unter­des­sen ein Sauri­er, der mit seinem beson­ders breiten Schwanz Luft ins Felsen­haus wedel­te.

Die Autos sind aus Baumstäm­men und mit Tretan­trieb, die Designer­klei­der der Damen aus Tierfel­len und die Fernbe­die­nung, auf der der gestress­te Fred herum­klim­pert, aus Stein. Sogar Weihnachts­epi­so­den gab es — ein paar Tausend Jahre vor Jesu Geburt.

Als die Flintstones als Feuer­steins 1966 auch ins deutsche Fernse­hen kamen, waren sie in den USA schon drei Monate abgesetzt. Kult blieben sie trotz­dem lange. Es folgten unzäh­li­ge Neuauf­la­gen und Kinotrick­fil­me, sogar zwei Filme mit echten Schau­spie­lern gab es. Und einen Rekord: Mehr als drei Jahrzehn­te waren die Feuer­steins die Trick­film­se­rie, die am längs­ten im ameri­ka­ni­schen Abend­pro­gramm gelau­fen war. Bis 1997 eine andere schrä­ge TV-Familie die Feuer­steins verdräng­te: Die Simpsons.