Die Verle­gung vom Mai in den Herbst wird bei den French Open für alle Betei­lig­ten zu einer großen Heraus­for­de­rung. Am Sonntag begann das Grand-Slam-Turnier bei Kälte, Regen und Wind. Alexan­der Zverev machte das aber nicht viel aus.

Der 23-Jähri­ge benötig­te bei nasskal­tem Wetter nur 2:05 Stunden für seinen Erfolg und überstand als zweiter deutscher Tennis­pro­fi die erste Runde. Zuvor hatte Dominik Koepfer den Franzo­sen Antoi­ne Hoang 6:2, 3:6, 6:1, 6:1 besiegt. Anna-Lena Fried­sam schied gegen Alexan­dra Sasno­witsch aus Belarus dagegen mit 2:6, 6:2, 3:6 aus.

«Ich bin sehr zufrie­den mit meinem Spiel», sagte Zverev nach seinem Erfolg. «Ich habe vorher ja nicht auf Sand gespielt, und die Bedin­gun­gen waren auch nicht so einfach. Von daher bin ich zufrie­den.»

Am Montag greifen unter anderen Angeli­que Kerber, Andrea Petko­vic und Jan-Lennard Struff ins Gesche­hen ein. Auch US-Open-Champion Thiem und der zwölf­ma­li­ge French-Open-Sieger Rafael Nadal bestrei­ten ihre ersten Partien.

Für Zverev war es der erste Auftritt seit dem drama­ti­schen Endspiel von New York, das die deutsche Nummer eins in fünf Sätzen verlo­ren hatte. Die Turnie­re in Rom und in seiner Geburts­stadt Hamburg hatte Zverev danach ausge­las­sen, um sich von den Strapa­zen in den USA zu erholen.

Die fehlen­den Match­pra­xis auf Sand war Zverev gegen Novak nur am Anfang anzumer­ken. Der Weltrang­lis­ten-Siebte lief im ersten Satz früh einem Break hinter­her und lag sogar 2:5 zurück. Doch dann steiger­te sich Zverev und holte sich nach 48 Minuten doch noch den ersten Satz.

In der Folge­zeit hatte Zverev mehr mit dem schlech­ten Wetter als mit seinem Gegner zu kämpfen. Obwohl der Regen immer stärker wurde, ließen die Veran­stal­ter das Dach über dem Court Philip­pe Chatrier lange Zeit nicht schlie­ßen. Erst zu Beginn des dritten Satzes hatten die Organi­sa­to­ren ein Einse­hen und schlos­sen das Dach — während Zverev und Novak einfach weiter­spiel­ten. «Wir sind hier doch nicht bei den Bezirks­meis­ter­schaf­ten, sondern das ist das größte Turnier auf Sand in der Welt», sagte Tennis-Legen­de Boris Becker als Exper­te im TV-Sender Eurosport ungläu­big.

Das schlech­te Wetter war ohnehin das Thema Nummer eins am ersten Tag des wegen der Corona-Krise vom Mai in den Herbst verleg­ten Sandplatz-Spekta­kels. Kälte, Wind und zu Beginn auch Regen machten allen Betei­lig­ten extrem zu schaf­fen. «Das ist ein sport­li­cher Kultur­schock», sagte Becker zum Vergleich zu den Bedin­gun­gen bei den US Open in New York, die erst vor zwei Wochen zu Ende gegan­gen waren. «Die Bedin­gun­gen verlang­sa­men das Spiel extrem.»

Bei nasskal­tem Wetter mit Tempe­ra­tu­ren um die 10 Grad und Niesel­re­gen waren vor allem auf den Außen­plät­zen die Heraus­for­de­run­gen für Spiele­rin­nen und Spieler groß. Auf dem Court Suzan­ne Lenglen wurde die Partie zwischen Mitfa­vo­ri­tin Victo­ria Asaren­ka aus Belarus und Danka Kovinic aus Monte­ne­gro nach wenigen Minuten beim Stand von 2:1 für Asaren­ka unter­bro­chen.

Vor allem US-Open-Finalis­tin Asaren­ka beschwer­te sich über die Umstän­de. «Die Bedin­gun­gen waren am Anfang verrückt», sagte Asaren­ka. Sie und ihre Gegne­rin waren aufge­for­dert worden, auf dem Platz zu warten, bis der Regen etwas nachlässt. Doch beide verlie­ßen den Court. «Ich sitze nicht bei acht Grad auf meinem Stuhl und warte und werde kalt», sagte die einsti­ge Nummer eins der Welt. Nach der rund halbstün­di­gen Unter­bre­chung zeigte Asaren­ka aber eine souve­rä­ne Leistung.

Topfa­vo­ri­tin Simona Halep tat sich in ihrem Auftakt­match ebenfalls schwer, obwohl sie vor 1000 zugelas­se­nen Zuschau­ern auf dem Court Philip­pe Chatrier unter geschlos­se­nem Dach etwas besser vor den Wetter­ka­prio­len geschützt war. Nach anfäng­li­chen Schwie­rig­kei­ten setzte sich die Rumänin an ihrem 29. Geburts­tag gegen Sara Sorri­bes Tormo aus Spani­en aber mit 6:4, 6:0 durch.

Koepfer hatte gegen Hoang nur im zweiten Durch­gang einen kleinen Durch­hän­ger, siegte am Ende aber souve­rän. Jetzt trifft der 26 Jahre alte Davis-Cup-Profi auf den Schwei­zer Stan Wawrin­ka. «Natür­lich ist das ein Spiel, auf das man sich freuen kann», sagte Koepfer zum Duell mit dem Paris-Champion von 2015. «Ich bin gut drauf und habe viel Selbst­ver­trau­en. Ich rechne mir gegen ihn schon etwas aus.»