BASEL (dpa) — Ein weite­res Medika­ment wird wohl bald in Europa zur Behand­lung von Covid-19 zum Einsatz kommen. Das Roche-Präpa­rat Roactem­ra wurde hierfür nun zugelas­sen. Es soll Patien­ten mit einem schwe­ren Verlauf unterstützen.

Einen Tag nach der Empfeh­lung des Ausschus­ses für Human­arz­nei­mit­tel der europäi­schen Arznei­mit­tel­be­hör­de EMA hat das Pharma­un­ter­neh­men Roche die EU-Zulas­sung für sein Medika­ment Roactem­ra bei Covid-19 erhalten.

Einge­setzt werden darf das Tocili­zumab-halti­ge Mittel künftig auch zur Behand­lung von Covid-19-Patien­ten, wie Roche mitteil­te. Roactem­ra ist das vierte in der EU zugelas­se­ne Covid-Medika­ment. Konkret geht es um Patien­ten mit einem schwe­ren Verlauf, die eine syste­mi­sche Behand­lung mit bestimm­ten Hormo­nen (Korti­kos­te­ro­iden) erhal­ten und zusätz­li­chen Sauer­stoff oder mecha­ni­sche Beatmung benötigen.

Bislang ist das Mittel zur Behand­lung von Entzün­dungs­krank­hei­ten wie der rheuma­to­iden Arthri­tis, der Riesen­zell­arte­ri­itis oder des Zytokin­frei­set­zungs­syn­droms (CRS) zugelas­sen. Der Ausschuss für Human­arz­nei­mit­tel der EMA hatte erst am Montag seine Empfeh­lung ausge­spro­chen, das Anwen­dungs­ge­biet von Roactem­ra auf die Behand­lung von Erwach­se­nen mit dem Corona­vi­rus zu erwei­tern. Die schnel­le Zulas­sung reflek­tie­re den dringen­den Bedarf an dem Medika­ment als poten­zi­el­le Behand­lungs­op­ti­on während der Covid-19-Krise, heißt es in der Mittei­lung weiter.