Das feucht­war­me Sommer­kli­ma ist die Lieblings­jah­res­zeit so mancher Bakte­ri­en. Auch die Ausbrei­tung der Impeti­go conta­gio­sa hat in den warmen Monaten des Jahres ihren Höhepunkt.

Die Bezeich­nung Impeti­go conta­gio­sa dürften viele Eltern nicht kennen, das Erschei­nungs­bild dagegen schon. Denn die Erkran­kung ist die häufigs­te Hautin­fek­ti­on bei Kindern. Da sie hoch anste­ckend ist, breitet sie sich in Kinder­gär­ten und Schulen beson­ders schnell aus. Klassi­sche Sympto­me sind gefüll­te Bläschen und honig­gel­be Krusten.

Eiter‑, Borken- oder Grind­flech­te – die bakte­ri­el­le Hautin­fek­ti­on ist unter zahlrei­chen Namen bekannt. „Das auffal­lends­te Merkmal der Impeti­go sind die honig­gel­ben Krusten auf rotem Grund“, sagt Dr. Gudula Kirtschig, Hautärz­tin bei der AOK Baden-Württem­berg. „Es wird zwischen einer klein­bla­si­gen und einer großbla­si­gen Varian­te unter­schie­den. Beide Formen begin­nen zunächst mit roten Flecken überwie­gend im Gesicht. Auf den Flecken bilden sich rasch mit Flüssig­keit gefüll­te Bläschen, die mehr oder weniger groß sein können und anschlie­ßend platzen und verkrus­ten. Diese Krusten haben eine charak­te­ris­ti­sche gelbe Farbe.“ Die Erkran­kung wird durch Bakte­ri­en verur­sacht. Meist werden Staphy­lo­kok­ken gefun­den, aber auch Strep­to­kok­ken sind als Auslö­ser bekannt. Die Erreger werden durch Schmier­in­fek­ti­on bei direk­tem Hautkon­takt zwischen Perso­nen übertra­gen. Aber auch eine indirek­te Anste­ckung über infizier­te Gegen­stän­de wie Kleidung oder Spiel­sa­chen ist möglich. Daher breitet sich die Impeti­go beson­ders rasch dort aus, wo viele Kinder zusam­men­kom­men.

In der Region zählt die AOK Ulm-Biber­ach jährlich rund 600 Versi­cher­te, die sich aufgrund der Hautin­fek­ti­on in ärztli­che Behand­lung begeben. Landes­weit regis­triert die AOK Baden-Württem­berg pro Jahr 13.000 bis 14.000 Erkran­kun­gen. Am häufigs­ten betrof­fen sind Kinder­gar­ten- und Schul­kin­der im Alter von einem bis neun Jahren.

„Bei konse­quen­ter Behand­lung heilt die Impeti­go conta­gio­sa in der Regel folgen­los aus. Die Rötung verschwin­det und die Krusten fallen ab“, so Dr. Kirtschig. „Die Erkran­kung ist so lange infek­ti­ös, bis die offenen, eitri­gen Hautstel­len abgeheilt sind.“ Um eine Ausbrei­tung auf den ganzen Körper zu vermei­den, sollte Kratzen unbedingt vermie­den werden. Damit die Möglich­keit des Kratzens und somit einer Weiter­ver­brei­tung reduziert wird, sollten die Finger­nä­gel der Betrof­fe­nen möglichst kurz geschnit­ten werden. Hygie­ne­maß­nah­men können ebenfalls das Infek­ti­ons­ri­si­ko senken. Dazu zählen unter anderem häufi­ges Hände­wa­schen und getrenn­tes Benut­zen von Handtü­chern. Außer­dem sollten Kleidung, Bettwä­sche und Handtü­cher, die mit der erkrank­ten Person in Berüh­rung standen, nach Gebrauch heiß gewaschen werden. Nach Abspra­che mit dem behan­deln­den Arzt können desin­fi­zie­ren­de Mittel und lokale Antibio­ti­ka die Hygie­ne­maß­nah­men unter­stüt­zen.

Um eine Verbrei­tung der Impeti­go conta­gio­sa zu verhin­dern, bestehen nach dem Infek­ti­ons­schutz­ge­setz für Erkrank­te beson­de­re Regeln in öffent­li­chen Einrich­tun­gen: So dürfen erkrank­te Kinder beispiels­wei­se keine Gemein­schafts­ein­rich­tun­gen wie Kinder­gär­ten oder Schulen besuchen, bis ärztlich bestä­tigt ist, dass sie nicht mehr anste­ckend sind. Außer­dem müssen Gemein­schafts­ein­rich­tun­gen unver­züg­lich das Gesund­heits­amt benach­rich­ti­gen, wenn in ihrer Einrich­tung betreu­te Perso­nen oder Beschäf­tig­te erkrankt sind.