Beim 0:0 gegen Rumäni­en muss Deutsch­lands U21 lange zittern, schafft am Ende aber den Sprung ins EM-Viertel­fi­na­le. Noch in der Nacht geht es zurück nach Deutsch­land, gefei­ert wird mit altbe­kann­ter Musik. Am Mittwoch erfährt das Team, wer in zwei Monaten nächs­ter Gegner ist.

BUDAPEST (dpa) — Eine große Party im Flieger plante Stefan Kuntz mit seinen U21-Natio­nal­spie­lern nach dem erreich­ten EM-Minimal­ziel nicht. «Wir sind alle sehr müde. Es wird in Maßen bleiben», prophe­zei­te der deutsche U21-Coach.

Noch in der Nacht nach dem 0:0 gegen Rumäni­en, das Kuntz und seinem Team den Einzug ins Viertel­fi­na­le gesichert hatte, sollte der Charter­flie­ger mit den deutschen U21-Fußbal­lern aus Budapest Richtung Heimat abheben. «Das ganze Turnier war anstren­gen­der als das vorhe­ri­ge», sagte Kuntz, der wie das gesam­te Team zunächst eher erschöpft und erleich­tert statt eupho­ri­siert wirkte.

«Wir sind müde, wir hatten drei anstren­gen­de Spiele, aber von Minute zu Minute kommt die Freude immer mehr», sagte der erneut starke Mittel­feld­an­trei­ber Niklas Dorsch. Eine kleine Feier erlaub­te sich die Mannschaft — dieses Mal sogar mit dem «Bierkapitän»-Song, der auch die U21-Genera­ti­on 2019 bis ins Finale beglei­tet hatte. «Ich kam verspä­tet in die Kabine, da lief der Bierka­pi­tän schon», sagte Dorsch grinsend. «Markus Schubert hat auch einen relativ schlech­ten Musik­ge­schmack und hat das Ding in die Hand genommen.»

Den Viertel­fi­nal-Einzug hatte Kuntz vor dem Turnier als Minimal­ziel ausge­ge­ben, das sich als echter Härte­test heraus­stell­te. Einen Punkt benötig­ten die Deutschen für den Sprung in die K.o.-Phase gegen Rumäni­en, einen Punkt holten sie. Doch die Rumänen erwie­sen sich als der erwar­tet unange­neh­me Gegner. «Es war ein hartes Spiel», sagte Dorsch. Nach einem starken Beginn der Rumänen war die DFB-Elf überle­gen und hätte sich die Führung verdient gehabt.

Torjä­ger Lukas Nmecha setzte einen Handelf­me­ter an den Innen­pfos­ten (72. Minute), Amos Pieper traf nur die Latte (90.). «Elfme­ter, Latte, das war extrem unglück­lich», sagte Dorsch. «Aber wir heben uns das fürs Viertel­fi­na­le auf.» Am Mittwoch­abend erfährt die deutsche Elf, ob am 31. Mai in Szekesfeher­var Dänemark, Frank­reich oder Russland der Gegner sein werden. «Ich habe ihnen gesagt, dass es mich freut, dass sie sich die Chance erarbei­tet haben, sich beim Final­tur­nier weiter auf diesem Level zu messen», sagte Kuntz, der seine Mannschaft direkt nach dem Schluss­pfiff im Mittel­kreis versam­melt hatte.

Im Viertel­fi­na­le auf jeden Fall fehlen wir der starke Dorsch, der gegen Rumäni­en seine zweite Gelbe Karte gesehen hatte. «Die Jungs haben mir gesagt, Dorschi, für dich holen wir das Ding», berich­te­te der 23-Jähri­ge vom KAA Gent. Zwei Monate bleiben Kuntz nun, um sein Team für die K.o.-Runde vorzu­be­rei­ten. Auch einen neuen Kader kann der Coach dann nominie­ren. «Jetzt analy­sie­ren wir das in Ruhe, und dann gehen wir in die Arbeit», kündig­te der 58-Jähri­ge an.