RAVENSBURG — Dank eines späten Treffers in der Verlän­ge­rung sicher­ten sich die Towerstars beim Tabel­len­schluss­licht Selb zwei Punkte und gestal­te­ten den Re-Start nach 12 Tagen Zwangs­pau­se erfolgreich. 

Die Towerstars traten beim Gastspiel in Selb ohne James Bettau­er und Andre­as Driendl an, damit konnte Interims-Coach Daniel Heinri­zi fünf Vertei­di­ger und elf Stürmer aufstel­len. Zwischen den Pfosten stand nach länge­rer Pause wieder einmal Enrico Salva­ra­ni. Für die Oberschwa­ben galt es, nicht nur die zermür­ben­de Team-Quaran­tä­ne, sondern auch die fünfstün­di­ge Busfahrt aus den Beinen zu schüt­teln. Die Start­pha­se sah auch vielver­spre­chend aus. Schnel­le Pässe durch die neutra­le Zone sorgten schon nach 12 Sekun­den für die erste Großchan­ce. David Zucker hatte auf rechter Seite viel Platz und zog vor das Tor, Micha­el Bitzer im Selber Gehäu­se parier­te jedoch. 

Auch danach waren die Towerstars spiel­be­stim­mend und sie ließen Puck und Gegner laufen. Vor dem Tor fehlten jedoch die vielver­spre­chen­den Einschuss­mög­lich­kei­ten. Auch in der eigenen Zone waren die Ravens­bur­ger Cracks im ersten Spiel­ab­schnitt stets Herr der Lage. Ledig­lich in der 10. Minute stand die Abwehr zu offen und Jan Hammer­bau­er wurde im Slot frei stehend angespielt. Enrico Salva­ra­ni war aber auf dem Posten. War der Druck der Oberschwa­ben zwischen der 8. und 12. Minute etwas abgeflaut, zog er in der Schluss­pha­se des Start­ab­schnitts wieder an. Immer wieder suchten die Towerstars auch die Möglich­keit, die Schei­be von der blauen Linie aus auf das Tor zu bringen. Die Nachschüs­se räumten die Gastge­ber jedoch weg, es blieb bis zur ersten Pausen­si­re­ne torlos. 

Das optische Überge­wicht brach­te Josh MacDo­nald dann im zweiten Abschnitt endlich auf die Anzei­gen­ta­fel. Die Towerstars hatten sich im Drittel der Selber Wölfe festge­setzt, als der öffnen­de Pass an den linken Pfosten kam und der kanadi­sche Stürmer mit der Rückhand zum 0:1 verwandelte. 

Nicht optimal war auch im zweiten Drittel, dass das deutli­che Schuss­ver­hält­nis von 31:7 zuguns­ten des Tabel­len­füh­rers nicht mehr Treffer einbrach­te. Dass der Selber Topscorer Nick Miglio vier Minuten vor der zweiten Pause den Pfosten traf, nahmen die Towerstars ihrer­seits zum Anlass, das Tempo weiter zu erhöhen. Mehrfach eröff­ne­ten sich die Möglich­kei­ten zum Ausbau der Führung, an Wölfe Keeper Micha­el Bitzer gab es jedoch kein Vorbei. 

Auch zu Beginn des Schluss­ab­schnitts waren die Towerstars vom zweiten Treffer nicht allzu weit entfernt, erneu­te fehlte aber die letzte Konse­quenz im Abschluss. Als sich dann von Minute zu Minute aus durch­aus verständ­li­chen Gründen die fehlen­de Sprit­zig­keit bemerk­bar machte, wurde die Partie deutlich offener. Immer häufi­ger hatten die Gastge­ber bei ihren Gegen­an­grif­fen Platz zur Entfal­tung und Enrico Salva­ra­ni musste mehrfach in letzter Not retten. Als die Towerstars vier Minuten vor Ende der regulä­ren Spiel­zeit eine numeri­sche Überzahl nicht zur Vorent­schei­dung nutzen konnte, war eine spannen­de Schluss­pha­se vorpro­gram­miert. In der Schluss­mi­nu­te schick­ten die Selber Wölfe einen sechs­ten Feldspie­ler anstel­le des Torhü­ters aufs Eis, wenige Sekun­den später war es dann auch passiert. 44 Sekun­den standen nur noch auf der Uhr, als Flori­an Ondrusch­ka das Spiel­ge­rät zum 1:1 Ausgleich ins rechte Kreuz­eck hämmerte. 

Das Spiel ging in die Overti­me und hier hatten die Towerstars verdien­ter­ma­ßen doch das besse­re Ende auf ihrer Seite. Bei einem schnel­len Gegen­stoß löste sich Pawel Dronia im richti­gen Moment von seiner Bewachung und lenkte den Puck vor dem Torraum mit der Schlä­ger­kel­le unhalt­bar zur Entschei­dung ins linke Lattenkreuz. 

Für die Oberschwa­ben war es der 14. Erfolg aus den letzten 15 Spielen und nach der unfrei­wil­li­gen Pause vor allem ein wichti­ger Impuls für den Hinter­kopf. „Wir wussten, was uns heute erwar­tet und nach der Zwangs­pau­se noch nicht da, wo wir spiele­risch im Dezem­ber waren“, resümier­te Interims-Trainer Daniel Heinri­zi. „Aber wir gehen mit einem positi­ven Gefühl aus diesem Spiel raus“, ergänz­te er. 

Das nächs­te Spiel tragen die Towerstars am Sonntag um 18.30 Uhr in der eigenen CHG Arena aus, Gegner ist der EV Landshut.