FRIEDRICHSHAFEN — Der VfB Fried­richs­ha­fen setzt weiter auf die Jugend des deutschen Volley­ball­sports. Mit Simon Kohn schafft in der Saison 2022/23 ein weite­rer Volley Young­Star den Weg in den Profi­ka­der. Kohn, dessen ältere Schwes­ter in der abgelau­fe­nen Saison mit Stutt­gart das Double aus Meister­schaft und Pokal holte, wird sowohl als Libero als auch als Außen­an­grei­fer auf das Feld gehen. Dank eines Doppel­spiel­rechts kann der 17-Jähri­ge sowohl im Nachwuchs­team als auch bei den Profis einge­setzt werden. 

Seine Visiten­kar­te hat Simon Kohn in der abgelau­fe­nen Saison zur Genüge bei VfB-Cheftrai­ner Mark Lebedew hinter­legt. Vor allem in der Vorbe­rei­tung und zum Ende der Spiel­zeit hat der 17-Jähri­ge immer wieder im Training der Profis mitge­mischt. Und das nicht nur als Libero – Kohns Stamm­po­si­ti­on – sondern auch als Außen­an­grei­fer. „Er hat seine Sache sehr gut gemacht und auf dem Niveau der Profis trainiert“, lobt Cheftrai­ner Mark Lebedew den jungen Deutschen. „Deshalb freue ich mich, dass wir ihn als Perspek­tiv­spie­ler für die kommen­de Saison verpflich­ten konnten.“ 

Kohn wird bei den VfB-Profis seine Fähig­kei­ten als Allroun­der weiter ausbau­en und sowohl als Libero als auch als Außen­an­grei­fer zum Einsatz kommen. „Das ist nicht allzu schwie­rig“, sagt er und freut sich auf seine Aufga­be. „Die Positio­nen ähneln sich ja dann doch.“ Auch wenn Kohn weiß, dass das Niveau in der ersten Liga ein anderes ist. „Es wird eine große Heraus­for­de­rung werden“, so Kohn. „Ich werde versu­chen, dem Team zu helfen und für mich möglichst viel Erfah­rung sammeln.“ 

Wie schon die beiden Jahre zuvor bei Ben-Simon Bonin wird Kohn mit einem Doppel­spiel­recht ausge­stat­tet. Das bedeu­tet, dass der gebür­ti­ge Ulmer sowohl für das Nachwuchs­team Volley Young­Stars als auch in der ersten Liga auflau­fen kann. „Wir haben bei Ben-Simon gesehen, dass dieses Konzept funktio­niert und dass er sich weiter­ent­wi­ckeln konnte“, ist VfB-Geschäfts­füh­rer Thilo Späth-Wester­holt überzeugt. Bonin wechsel­te nach der abgelau­fe­nen Saison zum Champions-League-Teilneh­mer Sasta­ma­la. Sechs weite­re Volley Youngs­Stars werden in der kommen­den Saison beim Erstli­ga­pro­jekt VCO Berlin aufschla­gen. Lennart Heckel schaff­te vor einem Jahr nach seiner Zeit beim Häfler Nachwuchs­team direkt den Weg in die erste Liga und blockt ab Herbst bei den United Volleys Frankfurt. 

Dort, im Profi­ge­schäft, möchte sich auch Simon Kohn dauer­haft etablie­ren. Seine Schwes­ter Hannah machte es dem jünge­ren Bruder vor und wurde 2022 mit dem Allianz MTV Stutt­gart Deutsche Meiste­rin und holte in Mannheim den Pokal. „Das habe ich natür­lich schon mitbe­kom­men“, lacht er. „Und natür­lich haben wir darüber auch gespro­chen.“ Denn auch Hannah wechsel­te aus Ulm ins Nachwuchs­pro­gramm der Stutt­gar­te­rin­nen und wurde von dort in den Profi­ka­der befördert. 

Im Moment sieht Kohn das blau-gelbe Spiel­ge­rät nur im Sand. Ende Juli tritt er für Deutsch­land bei den Olympi­schen Jugend­spie­len in der Slowa­kei an. Anfang August wird er recht­zei­tig zum Vorbe­rei­tungs­start wieder am Boden­see sein. „Simon hat sehr große Quali­tät und ich freue mich darauf, mit ihm zu arbei­ten“, sagt sein zukünf­ti­ger Trainer. „Es ist eine gute Sache, dass wir die Volley Young­Stars in Fried­richs­ha­fen haben und dass dort solche Quali­tät heranwächst.“