Veran­stal­tungs­pro­gramm der 37. Baden-Württem­ber­gi­schen Litera­tur­ta­ge wird in Kürze veröf­fent­licht

Landkreis Ravens­burg – Das Städte­trio Isny im Allgäu, Leutkirch im Allgäu und Wangen im Allgäu richtet vom 17. Oktober bis zum 14. Novem­ber die Landes­li­te­ra­tur­ta­ge aus. Schirm­herr des Lese-Festi­vals ist Landrat Harald Sievers. Die betei­lig­ten Städte und der Landkreis Ravens­burg möchten unter dem Motto „Weiter­le­sen“ auch über den Zeitraum des Lese-Festi­vals hinaus gemein­sam die Kultur­land­schaft der Region berei­chern. In den letzten Wochen ist es gelun­gen, das umfang­rei­che Veran­stal­tungs­pro­gramm mit Sorgfalt an die gelten­den Corona-Regeln anzupas­sen. Ein Vorge­schmack auf das Programm macht Lust auf mehr:

Feder­füh­ren­de Akteu­re der landes­wei­ten Litera­tur- und Kultur­land­schaft versam­meln sich, darun­ter Denis Scheck, Axel Hacke, Rufus Beck, Wladi­mir Kaminer, Chris­Ti­ne Urspruch, Monika Helfer, Karin Kalisa und Karin Köhler. Viele Autor/innen sowie Künstler/innen (so etwa Chris­Ti­ne Urspruch) stammen aus der Region Württem­ber­gi­sches Allgäu. Das Städte­trio setzt sich auch mit der eigenen, ereig­nis­rei­chen Litera­tur­ge­schich­te ausein­an­der. So war Großholz­leu­te bei Isny im Allgäu im Jahr 1958 Austra­gungs­ort der Schrift­stel­l­er­tref­fen der Gruppe 47. Im Landgast­hof Adler in Großholz­leu­te las der damals noch unbekann­te Günter Grass 1958 Auszü­ge aus seinem unver­öf­fent­lich­ten Roman Die Blech­trom­mel vor und wurde schlag­ar­tig berühmt. Der Wange­ner Kreis gründe­te sich als Bewah­rer des Eichen­dorff- Archivs und Zufluchts­ort für schle­si­sche Künstler/innen und Schriftsteller/innen nach dem Zweiten Weltkrieg. Neben der Geschich­te nehmen die Allgäu­städ­te ihren ganz beson­de­ren Natur-Raum in den Blick, denn was bietet sich im Allgäu mehr an als eine gemein­sa­me Wande­rung zu mythi­schen und sagen­um­wo­be­nen litera­ri­schen Kraft­or­ten inmit­ten der maleri­schen Landschaft?

Darüber hinaus werden aktuel­le Bezugs­punk­te des Litera­tur­be­triebs aufge­grif­fen. Mit Karl-Heinz Ott wird das Hölder­lin-Jubilä­ums­jahr gefei­ert und Maria Beig mit einer Lesung zum ihrem 100. Geburts­tag geehrt. Auch neue Stimmen kommen zu Wort: In Koope­ra­ti­on mit dem Förder­kreis deutscher Schrift­stel­ler in Baden-Württem­berg wird der renom­mier­te Thaddä­us-Troll-Preis in diesem Jahr im Rahmen der Landes­li­te­ra­tur­ta­ge verlie­hen. Der seit 1981 jährlich verge­be­ne Preis gilt als beson­de­re Auszeich­nung für Autor/innen, deren Werken mehr Aufmerk­sam­keit verlie­hen werden soll.

Ein Pop-Up-Slam auf den Wochen­märk­ten der drei Städte zeigt als eines von vielen städte­ver­bin­den­den Brücken­pro­jek­ten, was Sprache kann. Er inspi­riert sicher­lich nicht als einzi­ges Format der Litera­tur­ta­ge den einen oder anderen dazu, selbst zum Verfas­ser litera­ri­scher Texte zu werden. Starfri­seur Danny Beuer­bach begeis­tert vor allem Kinder für das Vorle­sen. Das ist nämlich sein Lohn, wenn er vor den drei Stadt­bü­che­rei­en einen mobilen Salon aufbaut und Haare schnei­det. Mehr Infor­ma­tio­nen zu diesen und den zahlrei­chen weite­ren Veran­stal­tun­gen sowie zum Gemein­schafts­pro­jekt der drei Städte und des Landkrei­ses gibt es ab dem 24. August online unter www.bwlt2020.de.

Der Vorver­kauf startet am 14. Septem­ber über die üblichen VVKs-Stellen und das Ticket­por­tal Reser­vix. Es wird keine Abend­kas­se geben.