LINDAU – Ein Bürger­be­tei­li­gungs­ver­fah­ren soll helfen, den Karl-Bever-Platz bedarfs­ori­en­tiert neu zu gestal­ten und zu nutzen. So soll sicher­ge­stellt werden, dass der neue Platz den unter­schied­lichs­ten Anfor­de­run­gen gerecht wird. Für den Weg der Bürger­be­tei­li­gung hatte sich der Lindau­er Stadt­rat im vergan­ge­nen Herbst entschie­den. Dem voraus­ge­gan­gen war ein Bürger­ent­scheid, der den ursprüng­li­chen Beschluss des Stadt­rats zur Nutzung des Platzes gekippt hatte.

Zentra­le Frage ist, wie der Platz entwi­ckelt und gestal­tet werden kann, um einer­seits dem Bedarf von Bürgern und Gästen gerecht zu werden und anderer­seits auch seine Funkti­on im gesamt­städ­ti­schen Verkehrs- und Parkkon­zept zu erfül­len? Dieser Betei­li­gungs­pro­zess wird nun Schritt für Schritt umgesetzt.

Aktuell hat Oberbür­ger­meis­te­rin Dr. Claudia Alfons mehr als 1.000 Lindau­er Bürger angeschrie­ben, die per Losver­fah­ren ausge­wählt wurden und sich nun um einen Platz in der Betei­li­gungs­grup­pe bewer­ben können. Maßga­be ist, eine vielfäl­tig zusam­men­ge­setz­te Gruppe zu bilden.

Um möglichst unter­schied­li­che Anlie­gen wie jene die von Anwoh­nern, Hoteliers und Einzel­händ­lern oder Klima­schüt­zern berück­sich­ti­gen zu können, werden zur Bürger­be­tei­li­gungs­grup­pe auch Vertre­ter von Inter­es­sens­grup­pen gehören. „ProLin­dau“ und „Zukunft-Insel“ wählen insge­samt drei Vertre­ter mit Schwer­punkt Hotel­le­rie, Gastro­no­mie und Gewer­be­trei­ben­de aus.

„Bund Natur­schutz“, „Parents for Future“ und der „AK-Verkehr“ wählen ebenfalls drei Mitglie­der mit Schwer­punkt Natur­schutz, Klima­schutz und Alter­na­ti­ve Mobili­tät aus. Zusätz­lich entsen­det die LTK eine Vertretung.

Bei der zufäl­li­gen Auswahl der Bürge­rin­nen und Bürger soll eine Bediens­te­te der Insel, je zwei Bewoh­ner  der Insel und zwei Anwoh­ner  der Region Alpengarten/Aeschacher Ufer/Hasenweidweg dabei sein. Ein Begleit­team aus Stadt­rä­ten und Mitar­bei­tern der Stadt­ver­wal­tung wird ebenfalls in der Gruppe sitzen.

Damit der gesam­te Betei­li­gungs­pro­zess profes­sio­nell und trans­pa­rent abläuft, wird er von zwei Fachleu­ten für Bürger­be­tei­li­gungs­ver­fah­ren beglei­tet. Diese Fachleu­te und das Begleit­team wurden vom Stadt­rat beauf­tragt und kümmern sich nun um die Umset­zung der Beteiligung.

Den Mitglie­dern der Betei­li­gungs­grup­pe wird Infor­ma­ti­ons­ma­te­ri­al zur Verfü­gung gestellt, etwa aus dem klima­freund­li­chen Mobili­täts­kon­zept Lindau (KliMo) oder dem Parkraum­kon­zept. Ergänzt werden diese Infor­ma­tio­nen durch Fachvor­trä­ge, beispiels­wei­se zum Baurecht oder zur verkehrs­pla­ne­ri­schen Situa­ti­on in Lindau. Damit sollen sich die Gruppen­mit­glie­der eine fundier­te Meinung bilden können.

Rund 30 Perso­nen soll die Betei­li­gungs­grup­pe zählen. Einer der nächs­ten Schrit­te ist, dass sich die Gruppe Mitte Dezem­ber zu einem ersten Workshop trifft. Diesem Treffen folgen zwei weite­re. Statt­fin­den werden die Zusam­men­künf­te in einem Rahmen, der den aktuell erfor­der­li­chen Infek­ti­ons­schutz sicherstellt.

Ziel der Workshops ist, eine konkre­te Empfeh­lung für die Gestal­tung des Karl-Bever-Platzes zu erarbei­ten. Diese soll von allen Gruppen­mit­glie­dern getra­gen werden können. Im kommen­den Frühsom­mer soll diese Empfeh­lung dann dem Stadt­rat zur Entschei­dung vorge­legt werden.

Auch Lindau­er Bürger, die nicht zur Betei­li­gungs­grup­pe gehören, können sich mit ihrer Meinung und ihren Vorschlä­gen einbrin­gen . Dies wird per Post möglich sein oder online. Für die Online-Betei­li­gung gibt es ein entspre­chen­des Werkzeug, das noch auf den Bedarf dieser Bürger­be­tei­li­gung abgestimmt wird. Diese Platt­form soll in Lindau dann auch für etwai­ge weite­re Bürger­be­tei­li­gungs­ver­fah­ren genutzt werden können.

Eine Bürger­be­tei­li­gung in einer solch umfas­sen­den Form findet in Lindau zum ersten Mal statt. Auf der Basis der gemach­ten Erfah­run­gen könnten künftig weite­re Bürger­be­tei­li­gungs­ver­fah­ren zu anderen Projek­ten der Stadt­ent­wick­lung folgen. Sylvia Ailinger

Weite­re Infor­ma­tio­nen gibt es auf Nachfra­ge bei der Projekt­stel­le Bürger­be­tei­li­gung unter: buergerbeteiligung@lindau.de oder unter der Telefon­num­mer 08282/918–151.