RAVENSBURG – Seit zehn Jahren unter­stützt das Sozial­päd­ia­tri­sche Zentrum (SPZ) der St. Elisa­beth-Stiftung in Ravens­burg Kinder und Jugend­li­che mit Entwick­lungs­be­son­der­hei­ten und Auffälligkeiten.

Als zentra­le Anlauf­stel­le in der Region beglei­tet es „beson­de­re“ Kinder, diagnos­ti­ziert körper­li­che, psychi­sche, sprach­li­che, geisti­ge und seeli­sche Entwick­lungs­stö­run­gen und stellt Thera­pie­plä­ne auf, um die Kinder bestmög­lich zu fördern. Mit großem Erfolg: Mit 2500 jungen Patien­ten pro Jahr profi­tie­ren heute weit mehr als doppelt so viele Kinder und ihre Eltern von der indivi­du­el­len, bedarfs­ge­rech­ten Förde­rung als noch vor zehn Jahren.

Das SPZ in Ravens­burg ist eines von 18 solcher Zentren in Baden-Württem­berg. Es unter­stützt und beglei­tet Kinder – vom Säugling bis zum jungen Erwach­se­nen — aus der ganzen Region: von Oberschwa­ben, dem Boden­see­kreis, dem Allgäu bis hin nach Sigma­rin­gen und Balin­gen auf der Schwä­bi­schen Alb.

Oftmals sind Eltern ratlos und überfor­dert mit Kindern, die durch motori­sche, geisti­ge oder sonsti­ge Verhal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten aus dem Rahmen fallen. Kinder- und Jugend­ärz­te überwei­sen dann ans SPZ. Ein Team aus Ärzten, Thera­peu­ten und Psycho­lo­gen bietet medizi­ni­sche und Entwick­lungs­dia­gnos­tik an und erstellt  indivi­du­el­le Therapiepläne.

Manche Entwick­lungs­ver­zö­ge­run­gen zeigen sich schon im Säuglings­al­ter, andere treten erst in der Kita oder in der Schule zutage. Bei manchen Kindern sind vorüber­ge­hen­de Verhal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten in der Schule bald thera­piert, andere Kinder mit Störun­gen wie ADHS, Autis­mus oder Epilep­sie werden über mehre­re Jahre thera­peu­tisch und medizi­nisch beglei­tet. Der größte Teil der Langzeit­pa­ti­en­ten sind schwer­be­hin­der­te Kinder und Jugend­li­che mit  Entwick­lungs­stö­run­gen in allen Berei­chen. Die Ursache sind häufig geneti­sche Störun­gen, wie etwa beim Down- Syndrom. Oft werden auch sehr selte­ne Krank­hei­ten und neuro­na­le Dysfunk­tio­nen aufge­deckt, die noch wenig erforscht sind, aber für gewis­se Auffäl­lig­kei­ten als Ursache ausge­macht werden können – nicht selten eine Entlas­tung für Eltern, die an ihren erzie­he­ri­schen Fähig­kei­ten zweifeln.

Sowohl in der Diagnos­tik als auch in der Thera­pie arbei­tet das SPZ inter­dis­zi­pli­när und mit verschie­de­nen Koope­ra­ti­ons­part­nern zusam­men. Sei es die Kinder- und Jugend­me­di­zin an der Oberschwa­ben­kli­nik, die Kinder- und Jugend­psych­ia­trie der St. Lukas Klinik oder Ärzten aus anderen Berei­chen, wie Kinder­or­tho­pä­die oder Genetik. Mit im Boot sind Kinder­ärz­te, Kitas und Schulen ebenso wie die Einrich­tun­gen für Behin­der­te, wie etwa das KBZO oder die Haslachmühle.

Die Kosten für die Beratung und Unter­stüt­zung durch das SPZ tragen die Kranken­kas­sen, das Land gibt über die Einglie­de­rungs­hil­fe einen Zuschuss.

Dennoch geht bei schwe­ren und komple­xen Fällen die Rechnung nicht auf. Auch die Kosten für beson­de­re Thera­pien, die das SPZ anbie­tet, wie Kunst- und Musik­the­ra­pie, das video­ge­stütz­te Erzie­hungs­trai­ning Marte Meo, das Heidel­ber­ger Eltern­trai­ning sowie der Eltern­kurs Stepping Stones und die Sozial­kom­pe­tenz­grup­pen werden nicht von den Kassen übernom­men. Unter Corona-Bedin­gun­gen hat sich die Situa­ti­on noch zugespitzt. Dafür ist das SPZ auf Spenden angewiesen.

„Wir haben sehr hohen Zulauf und lange Warte­zei­ten“, sagt Dr. Anette Schnei­der, Leiten­de Ärztin des SPZ. Weil die Kranken­kas­sen vorge­ben, wie viele Kinder im Jahr behan­delt werden dürfen, kann das SPZ nach Aussa­gen von Dr. Anette Schnei­der dem steigen­den Bedarf nicht ausrei­chend gerecht werden. Leidtra­gen­de sind die Kinder mit deren Famili­en, oft Kinder mit deutli­chen Beein­träch­ti­gun­gen und Behin­de­run­gen. Dieje­ni­