RAVENSBURG – Vor wenigen Tagen ging der brand-neue Magnet­re­so­nanz­to­mo­graph der Oberschwa­ben­kli­nik in Betrieb. Für die Patien­ten, Ärzte und Pfleger der größten Gesund­heits­ein­rich­tung in der Region ist damit eine neue Ära angebro­chen. Der „Lumina 3 Tesla“ erzeugt nicht nur ein Magnet­feld, das 60 000 Mal so stark ist wie jenes der Erde, was dazu führt, dass Ärzte krank­haf­te Organ­ver­än­de­run­gen mithil­fe seiner Bilder noch früher und exakter erken­nen können. Die 1,5 Millio­nen Euro teure Inves­ti­ti­on sorgt auch dafür, dass es am Ravens­bur­ger St. Elisa­be­then-Klini­kum (EK) künftig im Paral­lel­be­trieb mit dem bereits vorhan­de­nen 1,5‑Tesla-MRT-Scanner die Möglich­keit gibt, an zwei Geräten gleich­zei­tig moderns­te medizi­ni­sche Diagno­sen zu erstellen.

Bis dato konnte es in selte­nen Fällen sein, dass Wartun­gen und Repara­tu­ren beim bestehen­den Scanner Geduld von Arzt und Patient einfor­der­ten. Das ist nun Geschich­te. „Der neue MRT ist ein Meilen­stein für die Diagnos­tik und die Medizin in der Oberschwa­ben­kli­nik, er bringt uns in vielen Berei­chen noch weiter voran. Wir sehen uns damit für die Zukunft bestens aufge­stellt“, sagen Prof. Dr. Martin Heuschmid, Chefarzt der Radio­lo­gie, und Dr. Alfons Bernhard, Chefarzt der Neuro­ra­dio­lo­gie, uniso­no. Bernhard fügt an: „Der 3 Tesla Lumina ist ein Premi­um-Gerät neues­ter Genera­ti­on und Technik. Dass wir auch über das Vorgän­ger­mo­dell von Siemens Healt­hi­neers verfü­gen, das im Zuge des neuen Geräts via Update aufge­rüs­tet wurde, hat den Vorteil, dass wir gleiche Bedie­nungs­ober­flä­chen und Auswer­te­kon­so­len haben. Wir brauchen also weniger Zeit zur Einar­bei­tung und können gleich loslegen.“

Der Neuro­ra­dio­lo­ge, seit 33 Jahren am EK, profi­tiert in seinem Fachbe­reich mit am meisten von der neuen Technik. „Die doppel­te Magnet­feld­stär­ke des 3‑Tesla führt zu einem besse­ren Signal-Rausch-Verhält­nis. Dies kann zu einer höheren räumli­chen Auflö­sung, sprich zu einer höheren Bildschär­fe, und kürze­ren Messzei­ten genutzt werden“, erläu­tert Bernard. „Bei kürze­rer Unter­su­chungs­dau­er können künftig Aufnah­men mit höherer Bildschär­fe und Detail­ge­nau­ig­keit erstellt wer-den.“ Für die Neuro­dia­gnos­tik oder auch das Er-kennen von Gelenk- oder Prosta­taer­kran­kun­gen ist das ein großer Vorteil. „Wir können durch den 3‑Tes­la-Scanner künftig diver­se Hirner­kran­kun­gen präzi­ser erken­nen und einord­nen, etwa Epilep­sie, Multi­ple Sklero­se und Hirntu­mo­re, auch mit verbes­ser­ter Thera­pie­kon­trol­le. Insbe­son­de­re profi­tie­ren wir bei der Abklä­rung kleiner Struk­tu­ren: in der Hirnner­ven­dia­gnos­tik, bei Gesichts­schmer­zen (Stich­wort: Trige­mi­nus­neur­al­gie), Tinni­tus, Gesichts­läh­mun­gen, in der Diagnos­tik der Hirnan­hangs­drü­se, des Auges mit Sehnerv und des Gehör­or­ga­nes.“ Eine deutlich höhere Aussa­ge­kraft habe man künftig zudem bei der Abklä­rung von Hirnge­fäß­er­kran­kun­gen wie Hirnar­te­ri­en­an­eu­rys­men und Veren­gun­gen intra­kra­ni­el­ler Blutgefäße. 

Doch der jeweils 2,40 Meter breite und hohe sowie 1,70 Meter tiefe Scanner, der mit seinen 7,2 Tonnen schwe­rer ist als ein ausge­wach­se­ner afrika­ni­scher Elefant, hat noch weite­re Vortei­le, prakti­sche nämlich: Die Tunnel­öff­nung ist mit 70 Zenti­me­tern Durch­mes­ser zehn Zenti­me­ter breiter und damit komfor­ta­bler als der bis dato gewohn­te Standard, zudem soll ein Enter­tain­ment­pro­gramm namens „Innovi­si­on“ – Patien­ten können während der Unter­su­chung ihren Blick via verspie­gel