BAD WALDSEE — „D‘r Soifa­nil­le“ – so wurde einst der Waldseer Obernarr Carl Glocker genannt – ist in Form zweier histo­ri­scher Porträts in die Zunft­stu­be zur Ölmüh­le, bezie­hungs­wei­se ins Fasnets­mu­se­um zurückgekehrt.

Die Fasnet spiel­te für den Mann mit den roten Haaren stets eine große Rolle. Und in ihr lebt er bis heute unter seinem fastnächt­li­chen Namen „Glocken­roth, d‘r Soifa­nil­le“ weiter. Deshalb war es den Mitglie­dern des Zunft­rats auch wichtig, die beiden Porträts für das Fasnets­mu­se­um zu bekom­men. Carl Glocker war zu Lebzei­ten Seifen­sie­der, daher „Soifa­nil­le“. Er kommt auch, wie der bekann­te „Wächse“ (Wächse­brauch) im ältes­ten Waldseer Narren­spruch vor:

Glocka roter Soifanille,
Wirten­sohn dr kleine Drille,
und dr Wächse Jubilar
geit a ganze Narraschar.

Zukünf­tig hat er im Fasnets­mu­se­um im wahrs­ten Sinne des Wortes ein Gesicht, denn nun sind die Porträts würdig ausge­stellt. Das große ovale Bild von 1887 zeigt Carl Glocker (12. Juni 1847 — 11. März 1898) in der damals neuen Technik der künst­le­risch nachbe­ar­bei­te­ten Fotogra­fie. Das Bild seiner Frau Marian­ne (6. Mai 1848 — 29. April 1930) entstand in gleicher Art zwei Jahre später. Die Bilder stammen aus dem Nachlass ihrer verstor­be­nen Urenke­lin Mariot­te Glocker. Sie hatte die Bilder der Stadt vererbt.

„Wir sind nach Rückspra­che mit unserem Heimat- und Museums­ver­ein sehr gerne dem Wunsch der Narren­zunft nachge­kom­men, die Bilder als Leihga­be für die Ausstel­lung zur Verfü­gung zu stellen. Hier erfah­ren sie die Wertschät­zung die sie verdient haben“, sagte Bürger­meis­ter Matthi­as Henne. „Jetzt kommt zusam­men, was zusam­men gehört.“ Seine Freude bringt auch Vize-Zunft­meis­ter Chris­toph Mayer auf den Punkt: „Bereits vor zehn Jahren konnten die Origi­nal­por­traits vom Wächse – Wachs­zie­her Albrecht und seine Frau – für das Museum zurück gewon­nen werden. Nun kehrt auch sein damali­ger Freund und Narren­kol­le­ge wieder an den richti­gen Ort zurück. Ich danke ganz herzlich im Namen der gesam­ten Narren­zunft für diese Leihgabe.“