Als Grund für die Zurück­hal­tung seiner Kolle­gen nannte der Betrei­ber einer Corona-Schwer­punkt­pra­xis in Biber­ach die aus seiner Sicht unzurei­chen­de Vergü­tung von 15 Euro pro Abstrich. «Die Corona-Abstri­che sind perso­nell und organi­sa­to­risch sehr aufwen­dig und nicht kosten­de­ckend.»

Eine CSP ist eine regulä­re Haus- oder Facharzt­pra­xis, die für Corona-Verdachts­fäl­le spezi­el­le Sprech­stun­den vorhält. Besteht ein Corona­ver­dacht, gelten deutlich erwei­ter­te Sicher­heits­stan­dards und eine strik­te Trennung von den übrigen Patien­ten der Praxis. Nieder­ge­las­se­ne Haus- und Kinder­ärz­te, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Lungen­ärz­te können sich als CSP bei der Kassen­ärzt­li­chen Verei­ni­gung regis­trie­ren. Laut Braun sind von den bestehen­den Schwer­punkt­pra­xen 90 Prozent von Hausärz­ten einge­rich­tet worden. Aus seiner Sicht sind dezen­tra­le Corona-Praxen geeig­ne­ter als zentra­le Abstrich­stel­len, da dort weniger Menschen an einem Punkt zusam­men­tref­fen.

Braun forder­te mehr Solida­ri­tät unter­ein­an­der, schließ­lich gebe es im Südwes­ten 5000 nieder­ge­las­se­ne Hausärz­te und die Tests könnten auch andere Fachärz­te vorneh­men. Es sei wichtig, andere Fachrich­tun­gen ins Boot zu holen, da viele Allge­mein­me­di­zi­ner schon im Renten­al­ter seien und somit der Risiko­grup­pe angehör­ten. «Wenn wir uns anste­cken, wäre das eine Katastro­phe für die weite­ren Corona-Tests und Influ­en­za­imp­fun­gen», sagte der 66-Jähri­ge, der im Jahr 600 bis 700 Grippe­imp­fun­gen vornimmt.

«Nach den Appel­len, sich gegen Influ­en­za impfen zu lassen, nimmt das Inter­es­se merklich zu.» Er habe im Frühjahr bereits 20 Prozent mehr Impfdo­sen als sonst bestellt. Ein Nachschlag sei nicht möglich, da die Herstel­lung des Impfstof­fes mehre­re Monate dauere. Insge­samt stehen 25 Millio­nen Dosen für 82 Millio­nen Einwoh­ner bereit. Kein Grund zur Panik, meint Braun. «Auch wenn sich nur jeder Dritte impfen lässt, trägt das zur Eindäm­mung der Influ­en­za bei.» Der Hausärz­te­ver­band hat in Baden-Württem­berg 4000 Mitglie­der.