STUTTGART — Katrin Schütz, Staats­se­kre­tä­rin im Minis­te­ri­um für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungs­bau, der obers­ten Denkmal­schutz­be­hör­de des Landes, überreich­te den Archäo­lo­gie-Preis Baden-Württem­berg 2020 in Stutt­gart. Sie würdig­te die Preis­trä­ger bei der Verlei­hung im Weißen Saal des Neuen Schlos­ses für ihr langjäh­ri­ges Engage­ment zu Erfor­schung und Erhalt des kultu­rel­len Erbes ihrer Heimat­re­gi­on, bei der Unter­stüt­zung archäo­lo­gi­scher Unter­su­chun­gen und für die leben­di­ge Vermitt­lung archäo­lo­gi­scher Inhal­te.

„Ehren­amt erfor­dert Einsatz, Kreati­vi­tät, Eigen­in­itia­ti­ve, Ausdau­er und Verläss­lich­keit. Diese Eigen­schaf­ten und die Liebe zur Archäo­lo­gie sind Antrieb für das heraus­ra­gen­de ehren­amt­li­che Engage­ment der diesjäh­ri­gen Preis­trä­ger. Ich beglück­wün­sche Sie zur Auszeich­nung und wünsche Ihnen weiter­hin viel Elan für die kommen­den Projek­te“, so die Staats­se­kre­tä­rin.

Den mit 4.000 Euro dotier­ten Förder­preis überreich­te die Staats­se­kre­tä­rin an den „Verein aktiver Lange­nens­lin­ger Bürger für Heimat, Archäo­lo­gie und Tradi­ti­on e. V.“ (ALB-HAT) im Landkreis Biber­ach. Der Verein hat sich 2016 gegrün­det, um zunächst Teile eines origi­na­len Mauer­ab­schnit­tes der hallstatt­zeit­li­chen Monumen­tal­an­la­ge „Alte Burg“ auf einem Bergsporn im Wald bei Lange­nens­lin­gen zu erhal­ten. ALB-HAT hat derzeit etwa 30 Mitglie­der und wird von einem dreiköp­fi­gen Vorstand gelei­tet. Ziel des Verei­nes war es zunächst, die Entde­ckun­gen, die im Rahmen eines Forschungs­pro­jek­tes am Landes­amt für Denkmal­pfle­ge auf der „Alten Burg“ bei Lange­nens­lin­gen, Landkreis Biber­ach gemacht worden waren, der Nachwelt zu erhal­ten. Insbe­son­de­re Teile einer mächti­gen Mauer sollten gesichert und öffent­lich zugäng­lich gemacht werden. Dabei stell­te die Topogra­phie den gut 30 Mitglie­der zählen­den Verein vor beson­de­re Heraus­for­de­run­gen: Der Mauer­ab­schnitt, der erhal­ten werden sollte, steht mitten im Wald und ist schwer zugäng­lich und mit Maschi­nen kaum erreich­bar. Deshalb sicher­ten und restau­rier­ten die Vereins­mit­glie­der 2018/2019 nach Feier­abend und in ihrer Freizeit, in gut 3.700 ehren­amt­lich geleis­te­ten Arbeits­stun­den, den ausge­wähl­ten Mauer­ab­schnitt aus Origi­nal­ma­te­ri­al an Ort und Stelle und von Hand. Seitdem kann man sich vor Ort ein Bild vom archi­tek­to­ni­schen Know-how der frühen Kelten machen

Hinter­grund­in­for­ma­tio­nen zum Archäo­lo­gie-Preis Baden-Württem­berg
Der Archäo­lo­gie-Preis wird seit 1981 alle zwei Jahre im Rahmen einer Festver­an­stal­tung durch das Landes­amt für Denkmal­pfle­ge im Regie­rungs­prä­si­di­um Stutt­gart, die Gesell­schaft für Archäo­lo­gie in Württem­berg und Hohen­zol­lern e. V. und den Förder­kreis für Archäo­lo­gie in Baden e. V. verlie­hen. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Claus Wolf, Präsi­dent des Landes­am­tes für Denkmal­pfle­ge, entschei­det eine Jury über die Verga­be des Preises. Die Wüsten­rot Stiftung, die durch hochran­gi­ge Reprä­sen­tan­ten vertre­ten war, stiftet seit dem Jahr 2000 den Archäo­lo­gie-Preis Baden-Württem­berg.