FRIEDRICHSHAFEN — Mit vielen kleine­ren Verlet­zun­gen und Visa-Proble­men bei Daniel Muniz lief die Vorbe­rei­tung beim VfB Fried­richs­ha­fen nicht gerade optimal. Trotz­dem liefer­te das Team von Cheftrai­ner Mark Lebedew am vergan­ge­nen Wochen­en­de eine Top-Leistung ab. Im Rahmen eines Vorbe­rei­tungs­tur­nier schlu­gen die Häfler Volley­bal­ler PAOK Thessa­lo­ni­ki, Paris Volley und die Gastge­ber Vojvo­di­na Novi Sad. Für VfB Scout Radomir Vemic war vor allem der letzte Sieg ein ganz besonderer.

Radovan Dabic und Zarko Petro­vic sind in Novi Sad so etwas wie Legen­den. Beide haben den Volley­ball in Serbi­en geprägt und eben auch den Häfler Scout Radomir Vemic. Den einen kannte er persön­lich, der andere trainier­te Vemic sogar während seiner Zeit bei Vojvo­di­na Novi Sad. „Sie sind beide viel zu früh aus dieser Welt geschie­den“, sagt Vemic mit einem spürba­ren Klos im Hals. Petro­vic verstarb mit gerade einmal 42 Jahren im Jahr 2007. Dabic wurde nur 54 Jahre alt. Zu ihren Ehren veran­stal­tet ihr Ex-Club jährlich ein Turnier. Im Jahr 2021 auch mit Vemic und „seinem“ VfB Friedrichshafen.

Denn Vemic ist seit sechs Jahren in Fried­richs­ha­fen. Er begann als Trainer der Dritt­li­ga­mann­schaft. Er wollte „sein Wissen im Volley­ball­sport vergrö­ßern“, wie er es beschreibt. Schon bald machte Steli­an Mocules­cu ihn zum Scout der Mannschaft, für die schon Radomirs Bruder Milos Vemic ans Netz ging. Ob sein Herz trotz­dem noch für Vojvo­di­na schlägt? Vemic gibt zu, dass diese Partien gegen seinen Jugend­club sehr schwie­ri­ge sind. „Vor zwei Jahren in der Champions League war es ganz krass“, sagt er. „Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich dazu beigetra­gen, dass eine andere Mannschaft gegen Vojvo­di­na gewinnt. Das war hart.“

Auch 2021 war Fried­richs­ha­fen am Ende Sieger gegen Novi Sad. Auch gegen PAOK Thessa­lo­ni­ki und Paris Volley punkte­ten die Häfler Volley­bal­ler. Eine „deutli­che Leistungs­stei­ge­rung“ sah Cheftrai­ner Mark Lebedew in Serbi­en. „Wir haben viel mit den Jungen gespielt und das auf einem hohen Niveau“, fasst er die Leistung seines Teams zusam­men, das noch ohne Dejan Vincic und Daniel Muniz auskom­men musste. „Mich macht froh, dass wir uns gut entwi­ckeln und zum jetzi­gen Zeitpunkt auf einem guten Stand sind. Wir haben trotz­dem noch etwas zu tun, aber dazu bleibt ja bis zum Saison­start am 6. Oktober gegen Lüneburg noch Zeit.“

Nach sechs Tagen in Serbi­en wird Vemic auch in Deutsch­land wieder seinen Teil dazu beitra­gen. Er ist Scout, Co-Trainer und so etwas wie der emotio­na­le Kit des Teams. „Wir haben ganz viele Pläne“, sagt er. „Wir haben ein gutes Team – auf und neben dem Feld.“ Und mit dem auf der Platte räumte Vemic den Pokal beim Turnier in seiner Heimat­stadt ab. Dass die Häfler dazu Novi Sad besie­gen mussten und als erstes auslän­di­sches Team seit elf Jahren am Ende ganz oben standen, macht Vemic froh. „Vielleicht klingt das blöd, aber ich bin ganz sicher, dass Radovan und Zarko das gesehen haben und heute sehr stolz auf mich sind.“