FRIEDRICHSHAFEN — Nach einem ähnli­chen Spiel­ver­lauf wie im Pokal­halb­fi­na­le, reich­te es dieses Mal nicht für einen Sieg des VfB Fried­richs­ha­fen gegen die Berlin Recycling Volleys. Am Samstag­abend verlo­ren die Häfler in der ratio­pharm arena Ulm/Neu-Ulm mit 1:3 (18:25, 25:23, 20:25, 23:25) in einem Spiel mit vielen Ausfäl­len auf beiden Seiten. Fried­richs­ha­fen hat nun keine Chance mehr, Platz vier nach der Zwischen­run­de zu verlas­sen und trifft am 12. März zu Hause im Viertel­fi­na­le (best of three) auf Pokal­fi­na­list SVG Lüneburg.

Es war zwar das fünfte Aufein­an­der­tref­fen zwischen dem VfB Fried­richs­ha­fen und den Berlin Recycling Volleys. In dieser Konstel­la­ti­on war es dann aber doch eine Premie­re. Bei den Häflern duften Lukas Maase und Ben-Simon Bonin für die angeschla­ge­nen Lucia­no Vicen­tin und Simon Hirsch ran. Avery Aylsworth sollte Wettkampf­här­te sammeln für das bevor­ste­hen­de Pokal­fi­na­le. Die Super­stars Grankin und Patch blieben bei Berlin auf der Bank. Santia­go Danani lief ebenfalls nicht als Libero auf und Altmeis­ter Georg Klein bekam das Vertrau­en für die Start­for­ma­ti­on. Vieles musste sich in der Anfangs­pha­se noch finden. Der amtie­ren­de Meister machte das aber besser. 

Denn so richtig viel musste Berlin selbst gar nicht tun. Fried­richs­ha­fen bekam weder Annah­me noch Aufschlag und auch den Angriff nicht hin (1:5, 5:10). Der VfB stabi­li­sier­te sich zwar langsam in der Defen­si­ve, bekam aber den Ball nicht auf den Boden des Gegners. Ein Block von Lucas Van Berkel gegen Klein war das erste, wenn auch späte, Ausru­fe­zei­chen (13:18). Dem Ass von Matthew West (13:21) folgte noch eines von Bonin (15:21). Berlin holte sich den Satz aller­dings souve­rän (18:25).

Wie schon im Halbfi­na­le des Pokals kam Fried­richs­ha­fen stärker aus der Satzpau­se als die Berli­ner. Nach einem langen Ballwech­sel vollende­te Bonin zum 5:2 und legte gleich noch einen direk­ten Aufschlag­punkt nach (8:5). Zuspie­ler Dejan Vincic setzte jetzt auch vermehrt seine Mittel­blo­cker ein und hatte Erfolg (10:6, 15:11). Obwohl die Gäste sich noch einmal heran­robb­ten (19:19) und durch Sotolas Ass sogar in Führung gingen (20:19), hatte der VfB noch einen im Köcher. Der Jüngs­te auf dem Feld übernahm Verant­wor­tung. Bonin machte zwei Mal den Punkt aus schwie­ri­gen Situa­tio­nen (21:20, 23:22), ehe Samue­le Tuia beim Block­ver­such gegen den jungen Deutschen im Netz zappel­te (24:22). Vojin Cacic schlug gekonnt den Berli­ner Block zum Satzge­winn an (25:23).

Während Bonin die Endpha­se des zweiten Satzes bestimm­te, war es im dritten Durch­gang Berlins Samule Tuia, der den Ton angab. Seine starken Aufschlä­ge, gekrönt von einem Ass, brach­ten das Team von der Spree auf Abstand (9:12). In der nächs­ten Rotati­on servier­te der Franzo­se wieder einen direk­ten Aufschlag­punkt (16:20). Die Berli­ner machten in dieser Phase wieder weniger Fehler und erhöh­ten mit dem Service den Druck. Fried­richs­ha­fen kämpf­te mit der Annah­me und mit der eigenen Durch­schlags­kraft. Cody Kessel holte sich den Satzball (20:24). Lukas Maase verzog seinen nächs­ten Angriff zum 25:20 für Berlin.

Wie kräfte­zeh­rend diese Saison bisher war, zeigte sich in Durch­gang vier. Beim Stand von 13:10 für Fried­richs­ha­fen, verletz­te sich Mittel­blo­cker Nemo Mote bei Berlin. Da auf seiner Positi­on Flaute herrsch­te auf der Bank der Haupt­städ­ter, musste Diago­nal­an­grei­fer Benja­min Patch ran – und vollstreck­te vielleicht seinen ersten Schnell­an­griff in der Volley­ball Bundes­li­ga (13:11). Dann entwi­ckel­te sich eine munte­re Partie mit langen Ballwech­seln und viel Einsatz auf beiden Seiten. Den entschei­den­den Vorteil holte sich aber erneut Berlin — und wieder mit dem Aufschlag. Matthew West war es dieses Mal, der sich in dieser Diszi­plin hervor­tat (20:20). Am Ende block­te sich Sotola gegen Maase zum Sieg (23:25).

„Ich bin heute sehr enttäuscht von meiner Mannschaft, die nicht das umgesetzt hat, was wir uns vorge­nom­men hatten“, geht Cheftrai­ner Mark Lebedew nach der Partie hart mit seinem Team hart ins Gericht. „Wir hatten zu viel Respekt vor dem Gegner und haben immer nur reagiert. Das geht so nicht und ich erwar­te mehr von einer Profi­mann­schaft. Egal, wie das Ergeb­nis aussieht und wer auf der anderen Seite des Netzes steht.“