OCHSENHAUSEN — Optima­ler Saison­start für die TTF Liebherr Ochsen­hau­sen. Im Spiel eins nach Hugo Caldera­no wusste das Team um Leader Simon Gauzy zu gefal­len. Beim TSV Bad Königs­ho­fen, dem man letzte Saison zweimal zum Sieg gratu­lie­ren musste, wurde – nicht zuletzt eines in Topform aufspie­len­den Samuel Kulczy­cki – mit 3:2 gewon­nen. Es war kein Spiel für schwa­che Nerven. Vor rund 250 zugelas­se­nen Fans, die ihr Team frene­tisch anfeu­er­ten, gingen die TTF zunächst mit 2:0 in Führung, konnten den Sack aber nicht zumachen und mussten den 2:2‑Ausgleich hinneh­men. Im Schluss­dop­pel lagen Simon Gauzy und Kulczy­cki mit 1:2 Sätzen in Rückstand, gaben dann aber nochmal Gas und sorgten für den erlösen­den Siegpunkt der Oberschwaben. 

Kulczy­cki und Jha überzeu­gen und bringen die TTF in Front 

Ledig­lich drei Ochsen­hau­ser Spieler konnten die 320 Kilome­ter weite Reise ins unter­frän­ki­sche Bad Königs­ho­fen antre­ten – Maciej Kubik hatte wegen einer stärke­ren Erkäl­tung passen müssen. Somit gab es nicht allzu viele Optio­nen in Bezug auf die Aufstel­lung, ledig­lich die einzel­nen Positio­nen des Trios waren offen und natür­lich die Aufstel­lung für das mögli­che Doppel. Es musste schon alles passen, wollte man eine realis­ti­sche Chance haben, die beiden Punkte zu entführen. 

Um 9.30 Uhr hatte Cheftrai­ner Fu Yong Samuel Kulczy­cki noch zu einer 45-minüti­gen Sonder-Trainings­ein­heit gebeten und ihm letzte takti­sche Rezep­te mit auf den Weg gegeben – und das hat sich augen­schein­lich gelohnt. Der vor wenigen Tagen 19 gewor­de­ne Pole, an Positi­on zwei aufge­stellt, musste gleich gegen den 21 Jahre älteren TSV-Topspie­ler Basti­an Steger in die Box, den mehrfa­chen Mannschafts­eu­ro­pa­meis­ter, der in den letzten Jahren immer zu den erfolg­reichs­ten Akteu­ren der Bundes­li­ga zählte. Doch der zweit­jüngs­te TTF-Spieler ließ Steger gar nicht zur Entfal­tung kommen und setzte seinen favori­sier­ten Gegner von Anbeginn mächtig unter Druck, so dass dieser meist nur reagie­ren und selbst kaum Akzen­te setzen konnte. Kulczy­cki wurde für sein mutiges Spiel belohnt, erspiel­te sich im vierten Satz sieben Match­bäl­le und schaff­te das Break durch einen letzt­lich kaum gefähr­de­ten 3:1‑Sieg (11:6, 4:11, 11:9, 11:5).

Im Anschluss war der diesmal als Nummer eins nominier­te Kanak Jha an der Reihe, der sich für diese Saison einiges vorge­nom­men hat und auch Verant­wor­tung überneh­men möchte. Gegen den Kroaten Filip Zeljko, einen sperri­gen und kampf­star­ken Wider­sa­cher, der sich gerade in Heimspie­len gerne von den Fans puschen lässt, war der 21-jähri­ge US-Boy über weite Strecken der dominie­ren­de Spieler und siegte verdient in vier Sätzen. 2:0 zur Pause – es sah richtig gut aus für die TTF. 

Gauzy verliert Krimi gegen Ort, Jha geht gegen Steger leer aus 

Zu einem klaren Auswärts­er­folg musste „nur“ noch Simon Gauzy, der letzte Saison in der TTBL eine Traum­bi­lanz erspiel­te, sein Match gegen TSV-Lokal­ma­ta­dor Kilian Ort gewin­nen. Doch der DTTB-Natio­nal­spie­ler ist zurzeit in Galaform und hätte vor wenigen Tagen in Budapest um ein Haar seinen ersten WTT-Titel errun­gen. Gauzy dagegen fand nicht so gut in seinen Rhyth­mus, war aber stets auf Augen­hö­he. Im Entschei­dungs­satz hatte er am Ende kein Glück und unter­lag mit 10:12. „Die letzten beiden Punkte waren ein Kanten- und ein Netzball gegen Simon, das war schon Pech, aber das ist eben Sport. Außer­dem wollen wir nicht die starke Leistung von Ort unter den Tisch fallen lassen“, merkte TTF-Präsi­dent Kristi­jan Pejino­vic an. Gauzy zollte seinem Gegner Anerken­nung: „Ich wusste, dass es sehr schwer wird, Kilian spielt auf sehr hohem Niveau.“ 

Kanak Jha hätte im Spitzen­ein­zel gegen Steger eine echte Duftmar­ke für die noch so junge Saison setzen können, am Ende jedoch musste der Ochsen­hau­ser gegen den taktisch clever spielen­den TSV-Führungs­spie­ler eine 1:3‑Niederlage quittie­ren (9:11, 8:11, 11:5, 10:12) – ein Match, bei dem fraglos mehr drin war. 

Die Ernte einge­fah­ren: Gauzy/Kulczycki mit bären­star­ker Doppel-Leistung 

So aber hatte Bad Königs­ho­fen ausge­gli­chen und Blut geleckt, zumal die Fans nun für mächtig Stimmung sorgten. Man hatte akustisch das Gefühl, dass die sonst zu solchen Partien in der u