FRIEDRICHSHAFEN — Gemüt­lich, hell und offen: Am Diens­tag wurde das Begeg­nungs­ca­fé „Café Ukrai­ne“ für ukrai­ni­sche Geflüch­te­te in der ehema­li­gen Weinstu­be Glück­ler eröff­net. Das „Café Ukrai­ne“, das von den geflüch­te­ten Frauen und mit Unter­stüt­zung der Stadt selbst gestal­tet wurde, soll den Menschen helfen, Kontak­te zu knüpfen und mitein­an­der ins Gespräch zu kommen.

Das Begeg­nungs­ca­fé soll ein Treff­punkt für die Menschen aus der Ukrai­ne sein – gleich, ob sie erst seit wenigen Wochen oder gar Tagen hier sind oder schon länger in Fried­richs­ha­fen verwur­zelt sind.

„Wir möchten die Menschen willkom­men heißen und ihnen so dabei helfen, Kontak­te mit anderen Geflüch­te­ten zu knüpfen, aber auch Möglich­kei­ten für Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen schaf­fen“, erklärt Hans-Jörg Schrait­le, Leiter des Amtes für Bürger­ser­vice, Sicher­heit und Ordnung.

Zur Eröff­nung kamen rund 100 Ukrai­ne­rin­nen und Ukrai­ner. Sie bedank­ten sich bei der Stadt mit Liedern und Gedich­ten für die Unter­stüt­zung und die Möglich­keit, sich jetzt im Begeg­nungs­ca­fé treffen zu können. „Die Gasträu­me der ehema­li­gen Weinstu­be Glück­ler bieten ideale Möglich­kei­ten, um verschie­de­ne Alters­grup­pen unter einem Dach anzuspre­chen“, so Schraitle.

In einem frühe­ren Gastraum können die ukrai­ni­schen Jugend­li­chen unter sich sein. Geplant sind dort auch regel­mä­ßi­ge Gesprä­che mit den Mitar­bei­ten­den des Jugendmigrationsdienstes. 

Ein anderer Raum ist für Famili­en und Kinder vorge­se­hen. Dort können sie mitein­an­der ins Gespräch kommen oder einfach einen Kaffee trinken. Im Gespräch mit den Integra­ti­ons­mit­ar­bei­ten­den der Stadt erhal­ten sie Infos und Unter­stüt­zung in vielen Dingen, um sich hier in Deutsch­land zurecht zu finden.

In den aller­meis­ten Fällen sind die Männer, Väter oder Brüder noch in der Ukrai­ne. Dass sie nicht nur ihre Heimat, sondern auch ihre Liebs­ten zurück­las­sen mussten, ist für die Geflüch­te­ten nur schwer zu ertra­gen. Deshalb gehört auch psycho­lo­gi­sche und psycho­so­zia­le Hilfe zum Angebot im Begegnungscafé.

Dafür steht ein separa­ter Raum zur Verfü­gung. Drei geflüch­te­te Frauen aus der Ukrai­ne engagie­ren sich ehren­amt­lich. Sie bringen einen großen Erfah­rungs­schatz aus ihrer Arbeit in der Ukrai­ne mit. Während des Gesprächs können die Kinder spielen. Dabei werden sie von einer ukrai­ni­schen Erzie­he­rin betreut. Dank der Spende von Privat­per­so­nen und von Büchern, Puzzles und Spielen von Ravens­bur­ger Spiele konnte der Spiel­be­reich kindge­recht für alle Alters­grup­pen ausge­stat­tet werden.

„Es ist überwäl­ti­gend, wie sich die ukrai­ni­schen Frauen bei der Ausge­stal­tung der Räume engagiert haben. Ohne dieses Engage­ment hätten wir das Begeg­nungs­ca­fé nicht so schnell umset­zen können“, freut sich Hans-Jörg Schraitle.

Weite­re Angebo­te wie eine Mutter-Kind-Gruppe und ein Sprach­ca­fé sollen folgen und werden derzeit von den Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­tern der Abtei­lung Integra­ti­on im Amt für Sozia­les, Familie und Jugend geplant. „Bei den Angebo­ten orien­tie­ren wir uns daran, was für die geflüch­te­ten Famili­en und Kinder wichtig ist und was sie wissen müssen, um sich in Fried­richs­ha­fen zurecht zu finden“, so Ines Weber, Leite­rin des Amtes für Sozia­les, Familie und Jugend. Unter­stützt werden die haupt­amt­li­chen Mitar­bei­ten­den von zahlrei­chen ehren­amt­li­chen Helfe­rin­nen und Helfern. „Ohne die Unter­stüt­zung der Ehren­amt­li­chen wäre dies alles nicht möglich“, so Weber.

Das „Café Ukrai­ne“ ist von Diens­tag bis Freitag jeweils von 12 Uhr bis 18 Uhr geöff­net. Es wird überwie­gend von ehren­amt­li­chen tätigen ukrai­ni­schen Frauen betreut. 

Infor­ma­ti­on:
Aktuell sind in Fried­richs­ha­fen 644 ukrai­ni­sche Geflüch­te­te gemel­det, darun­ter 87 Kinder von 0 bis 6 Jahren und 158 Kinder und Jugend­li­che zwischen sieben und 16 Jahren. Rund 2