Erneut melden die Behör­den einen Höchst­stand bei der Zahl der Neuin­fek­tio­nen. Der Vergleich mit dem Infek­ti­ons­ge­sche­hen im Frühjahr ist jedoch kompli­ziert.

Am Vortag war mit 7334 neuen Fällen der bis dato höchs­te Wert regis­triert worden. In der vergan­ge­nen Woche melde­te das RKI am Samstag 4721 Neuin­fek­tio­nen. Die jetzi­gen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleich­bar, weil mittler­wei­le wesent­lich mehr getes­tet wird — und damit auch mehr Infek­tio­nen entdeckt werden.

Exper­ten zufol­ge sind die neu gemel­de­ten Infek­tio­nen wegen der Zeit zwischen Anste­ckung, Test, Ergeb­nis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesell­schaft unter­wegs war. Deshalb dauert es auch, bis sich politi­sche Maßnah­men in den Melde­zah­len nieder­schla­gen könnten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindes­tens 356.387 Menschen in Deutsch­land nachweis­lich mit dem Virus Sars-CoV‑2 infiziert (Stand: 17.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todes­fäl­le im Zusam­men­hang mit einer Corona-Infek­ti­on lag demnach bei 9767. Das waren 33 mehr als am Vortag. Nach Schät­zun­gen des RKI gibt es etwa 290.000 Genese­ne.

Die Repro­duk­ti­ons­zahl, kurz R‑Wert, lag in Deutsch­land laut RKI-Lagebe­richt vom Freitag bei 1,22 (Vortag: 1,08). Das bedeu­tet, dass ein Infizier­ter im Mittel rund 1,2 weite­re Menschen ansteckt. Der R‑Wert bildet jeweils das Infek­ti­ons­ge­sche­hen etwa einein­halb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuel­len Lagebe­richt ein sogenann­tes Sieben-Tage‑R an. Der Wert bezieht sich auf einen länge­ren Zeitraum und unter­liegt daher weniger tages­ak­tu­el­len Schwan­kun­gen. Nach RKI-Schät­zun­gen lag dieser Wert bei 1,30 (Vortag: 1,22). Er zeigt das Infek­ti­ons­ge­sche­hen von vor 8 bis 16 Tagen.